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🐕 Zahnstein beim Hund đŸŸ

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Grau gelblich braune VerfĂ€rbungen und ein unangenehmer Geruch aus dem Maul, sind klassische Anzeichen fĂŒr Zahnstein. Bei Hunden verhĂ€lt es sich da nicht so viel anders als bei uns Menschen, allerdings bildet sich bei ihnen Zahnstein tatsĂ€chlich sehr viel schneller, ist extrem hartnĂ€ckig und kann, wenn er nicht rechtzeitig entfernt wird, unter anderem zu EntzĂŒndungen des Zahnfleischs, Zahnausfall und Folgeerkrankungen fĂŒhren. Dabei lĂ€sst sich einiges tun, damit es gar nicht erst soweit kommt, beispielsweise ĂŒber die richtige ErnĂ€hrung.

Zahnstein beim Hund

Es fĂ€ngt mit leichten VerfĂ€rbungen an. Grau gelbliche Stellen zeigen sich zunĂ€chst an einzelnen ZĂ€hnen und breiten sich mit der Zeit auf das gesamte Gebiss aus. Dabei bildet sich Zahnstein immer zuerst am Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch. Die OberflĂ€che der ZĂ€hne wird durch die Ablagerungen angeraut. Diese Schicht wird immer dicker und fester, verfĂ€rbt sich dabei ins grau-brĂ€unliche. Sie bietet so den idealen NĂ€hrboden fĂŒr Bakterien, die das Zahnfleisch angreifen. Damit verbunden ist auch der faulige Geruch, der sich im Fang bildet. Die ZahnhĂ€lse können ebenfalls betroffen sein, sich entzĂŒnden und vereitern. Es kommt zu Zahnfleischbluten, ZĂ€hne lockern sich oder fallen aus. All das verursacht ĂŒble Schmerzen, die und das ist ein großer Unterschied zu uns Menschen, von vielen Hunden still ertragen werden. Ein Anzeichen dafĂŒr, dass im Maul etwas nicht stimmt, sind Appetitlosigkeit, Knurren und den Kopf wegdrehen, sobald man in die NĂ€he der Schnauze kommt. Zahnprobleme sind oft Ursache fĂŒr Folgeerkrankungen, beispielsweise im Verdauungsapparat. Damit es gar nicht erst soweit kommt, können Hundehalter einiges tun.

Zahnstein beim Hund – Vermeiden

Denn sind wir mal ehrlich, haben wir schon mal von Zahnstein beim Wolf gehört? Okay, ihnen schaut man in der Regel nicht ins Maul fĂŒr einen Check up. Dennoch darf angenommen werden, dass Isegrim wohl eher selten damit zu tun hat, weil auf seiner Speisekarte die Knochen und Sehnen seiner Beutetiere stehen. Die fungieren wie ein natĂŒrlicher Reiniger und lassen durch Reibung Zahnstein gar nicht erst entstehen. Daraus kann man fĂŒr die Zahngesundheit unserer Hunde ableiten, dass die ErnĂ€hrung einen großen Einfluss darauf haben kann, ob und wie schnell sich Zahnstein bildet.

Zahnstein beim Hund – Ursache

Damit ist dann auch eine und vor allem die Hauptursache fĂŒr Zahnstein definiert, die ErnĂ€hrung. Zahnstein kann zudem rasse- und grĂ¶ĂŸenbedingt begĂŒnstigt werden. Kleine Hunde, die anatomisch bedingt schmalere lange Kiefer haben (z. B. Dackel oder Pudel) als ihre großen Artgenossen und oft auch enger zusammenstehende Gebisse aufweisen (z. B. Shih Tzu, Yorkshire Terrier und Mops), sind sehr viel anfĂ€lliger fĂŒr Zahnstein. Denn zwischen ihren ZĂ€hnen können sich leichter Nahrungsreste ansammeln, die eine Bildung von Bakterien und Plaque (Zahnbeleg) begĂŒnstigen. Das Alter und gesundheitliche Probleme sind weitere mögliche GrĂŒnde fĂŒr Zahnstein.

Zahnstein beim Hund entfernen

Es gibt zwei Varianten, den lĂ€stigen Zahnstein wieder los zu werden. In leichten FĂ€llen, kann der Belag manuell entfernt werden. Bei besonders hartnĂ€ckigem Zahnstein ist allerdings eine Sedierung nötig, um Zahnstein durch Ultraschall abzutragen. Die Narkose muss sein, weil die Behandlung schmerzhaft ist und der Hund Angst vor den unbekannten GerĂ€uschen haben kann, außerdem halten Vierbeiner nicht wie der Mensch beim Zahnarzt, die Schnauze freiwillig wĂ€hrend der Prozedur auf.

Zahnstein beim Hund ohne Narkose entfernen

Leichten VerfĂ€rbungen kann man mit der regelmĂ€ĂŸigen FĂŒtterung von Äpfeln oder Kauartikeln (z. B. getrocknete BĂŒffelhaut) zu Leibe rĂŒcken.
Bevor es Ultraschall gab, wurde Zahnstein von TierĂ€rzten mechanisch entfernt. Das sollten aber nur die Hundefreunde bei ihrem Vierbeiner machen, die sich damit auskennen und es sich vom Vet-Doc haben zeigen lassen. Denn die Verletzungsgefahr fĂŒr das Zahnfleisch ist bei dieser Methode recht hoch. Deshalb lieber erst RĂŒcksprache mit dem Tierarzt halten, bevor man selbst Hand anlegt.

Wie hoch sind die Kosten fĂŒr die Zahnstein Entfernung?

Pauschal lĂ€sst sich nicht sagen, wie hoch die Kosten fĂŒr eine Zahnsteinentfernung durch den Tierarzt sind, da sich Einzelleistungen, wie Grunduntersuchung, Blutabnahme, Narkose, ggf. eine Extraktion von ZĂ€hnen oder Zahnfleischbehandlungen zu einer beachtlichen Summe addieren können. Zudem werden auch Verbrauchsmaterial, wie Katheter, OP-Handschuhe und Ă€hnliches mit abgerechnet. Es gilt allerdings die GebĂŒhrenordnung fĂŒr TierĂ€rzte (GOT), die einen Rahmen vorgibt, in dem ein Tierarzt abrechnen darf. Es gibt einen einfachen, zweifachen und dreifachen Satz, der nicht unter- bzw. ĂŒberschritten werden soll. Eine reine Zahnsteinentfernung mit Ultraschall liegt dabei zwischen 61,36 Euro (einfacher Satz) und 184,08 Euro (dreifacher Satz). Hinzu addieren sich die bereits erwĂ€hnten möglichen weiteren Untersuchungen und Verbrauchsmaterialien. Unter Narkose können sich zudem noch weitere Probleme zeigen, wie Karies, lockere oder abgebrochene ZĂ€hne, die mit behandelt werden sollten, dabei aber eben auch weitere Kosten verursachen. Es empfiehlt sich daher immer, vorab mit dem Tierarzt die Kosten zu besprechen, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

Zahnstein beim Hund – Hilft es Knochen zu fĂŒttern?

Barfer haben in der Regel eher selten Hunde, die mit Zahnstein zu tun haben. Das liegt vor allem an der Futterzusammenstellung. Wenn auf dem MenĂŒplan regelmĂ€ĂŸig Knochen, Sehnen, aber auch getrocknete Rinderkopfhaut, Ochsenziemer etc. stehen, an denen die Fellnasen entsprechend lange und intensiv nagen können, wirken sie wie ein natĂŒrlicher Reiniger, der Belege entsprechend abreibt. Damit kann sich Zahnstein gar nicht erst oder in EinzelfĂ€llen nur sehr langsam bilden. Die ZĂ€hne bleiben sauber.
Besonders Ă€ltere Hunde tun sich oft schwer damit, Knochen abzunagen. Eine Alternative fĂŒr Barfer sind zu einem Brei gewolfte Knochen. Auch FutterzusĂ€tze mit NĂ€hrstoffen auf Pulverbasis können dabei helfen, die ZĂ€hne vor Plaque zu schĂŒtzen.
Nassfutter aus Dosen begĂŒnstigt Zahnsteinbildung dadurch, dass Nahrungsreste an den ZĂ€hnen kleben bleiben und sich in den ZahnzwischenrĂ€umen sammeln können. Trockenfutter stellen fĂŒr diejenigen, die nicht barfen möchten, eine Alternative dar. GrundsĂ€tzlich ist bei allen Fertigfuttern und Leckerlis darauf zu achten, dass sie keine ZuckerzusĂ€tze enthalten, denn die sollten auf jeden Fall Tabu sein.

Zahnstein beim Hund – Was bringt ZĂ€hne putzen?

Der Fachhandel und VeterinĂ€re bieten ZahnbĂŒrsten, die man sich auf einen Finger stecken kann und diverse Kauartikel oder Pasten, um die Beißerchen reinigen zu können. Das empfiehlt sich besonders fĂŒr kleine Hunde, die aufgrund ihrer Anatomie eher und öfter Probleme mit Zahnstein bekommen. Der Vorteil, man kann es selbst tun. TierĂ€rzte zeigen gern, wie es geht. Die Prozedur kann spielereich trainiert werden. Im Idealfall schon gleich ab dem Welpenalter. Aber auch Ă€ltere Vierbeiner können lernen, dass die Sache mit dem ZĂ€hneputzen nicht schlimm sein muss. Wenn es zur Routine wird, reduzieren sich damit auch die Tierarztkosten. Zumal man immer im Kopf behalten muss, dass jede Zahnsteinentfernung unter Narkose den Organismus eines Tieres belastet.

Zahnstein beim Hund – Vorbeugen

Ein alter Gesundheits-Ratschlag besagt: „An apple a day keeps the doctor away.” (Ein Apfel pro Tag hĂ€lt den Arzt fern.) Da ist tatsĂ€chlich etwas dran. Äpfel sind nicht nur aufgrund ihrer Inhaltsstoffe gesund, ihre SĂ€ure hilft dabei, Bakterien in Schach zu halten. Hier gilt es eigentlich nur zu beachten, dass manche Hunde bei zu vielen Äpfeln gerade aufgrund ihrer SĂ€ure Verdauungsprobleme bekommen. Dann empfiehlt es sich, nicht gleich einen ganzen zu verfĂŒttern. Ein paar StĂŒckchen tun es auch, besonders bei kleinen Hunden. Getrocknete Rinderkopfhaut, Ochsenziemer oder Sehnen helfen ebenfalls dabei Zahnbelag zu vermeiden. Wer lieber Zahnreinigungssticks und Ă€hnliches verfĂŒttern möchte, sollte sich ĂŒber die Inhaltsstoffe informieren, denn besonders Allergiker könnten bei regelmĂ€ĂŸigem Verzehr negativ darauf reagieren.
Kauspielzeug und Zergel sind hier eine Alternative und weitere Möglichkeiten einer natĂŒrlichen Zahnreinigung, die tĂ€glich eingesetzt werden können.

Fazit !

Wer auf die ErnĂ€hrung achtet, regelmĂ€ĂŸig einen Apfel, Knochen oder Kauartikel verfĂŒttert, kann Zahnstein vorbeugen und Tierarztkosten sparen. Hunderassen die anatomisch bedingt eher zur Bildung von Zahnstein neigen, sollten regelmĂ€ĂŸig entweder beim Tierarzt oder vom Halter diesen entfernt bekommen, um SchĂ€den am Gebiss und Folgeerkrankungen zu vermeiden.

 

 

 

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