🐕 Warum fressen Hunde Gras? đŸŸ

    Warum fressen Hunde Gras?

    Vielleicht macht dein Hund das auch: Gras fressen wĂ€hrend des Spaziergangs. Nun wirst du dich fragen, warum er das macht oder ob es sogar schĂ€dlich fĂŒr ihn sein könnte. FrĂŒher benutzten die Leute auf dem Land dieses PhĂ€nomen sogar als Wettervorhersage. Eine alte Bauernregel besagte nĂ€mlich: Wenn der Hund Gras frisst, gibt es Regen! Auch heute noch kursieren eine Menge Halbwahrheiten darĂŒber, warum der Hund das tut. Wissenschaftlich bewiesen ist allerdings kaum eine Theorie. Mit diesem Artikel wollen wir auf die meisten ErklĂ€rungen eingehen.

    Gras fressen beim Hund – Haben Hunde die Gras fressen einen NĂ€hrstoffmangel?

    Immer wieder wird behauptet, dass Hunde, die Gras fressen, einen NĂ€hrstoffmangel besitzen. Das wĂŒrde allerdings im Umkehrschluss bedeuten, dass Hunde, die ausgewogen ernĂ€hrt werden, niemals Gras fressen. Das ist aber nicht der Fall. Beobachtungen von vielen hundert Hunden, die entweder gebarft werden oder anderes hochwertiges Hundefutter mit oder ohne Getreide bekommen, haben auch hin und wieder Gras gefressen.

    Gras selber beinhaltet gar nicht so viele NÀhrstoffe und wird vom Körper des Hundes eher als Ballaststoff aufgenommen.

    Gras fressen beim Hund – Zulassen oder Abgewöhnen?

    Wenn dein Hund tĂ€glich wie eine Kuh ĂŒber eine Weide lĂ€uft und Gras frisst, ist dieses Verhalten nicht normal und sollte auf jeden Fall vom Tierarzt abgeklĂ€rt werden. Frisst dein Hund hingegen ab und zu Grashalme, schadet es ihm nicht. Allerdings solltest du darauf achten, welches Gras dein Hund frisst. GrĂ€ser, die direkt neben einer viel befahrenen Straße stehen oder neben einem Acker, der regelmĂ€ĂŸig mit Chemikalien gedĂŒngt wird, enthalten auf der OberflĂ€che eventuell schĂ€dliche Stoffe. Diese wĂŒrde dein Hund dann mitfressen und das wĂ€re dann wiederum gesundheitsschĂ€dlich fĂŒr ihn.
    Die wissenschaftlichen Experten sind sich alle einig, dass das Grasfressen beim Hund genetische Ursachen hat. Schon der Wolf, von dem der Hund ja bekanntlich abstammt, hat ab und zu Gras gefressen. Die GrĂŒnde hierfĂŒr sind auch weitestgehend unbekannt, durch genetische Weitervererbung hat der Hund dieses Verhalten aber ĂŒbernommen.
    Mit diesem Hintergrundwissen solltest du das Grasfressen deinem Hund nicht abgewöhnen, sofern es sich um GrÀser handelt, die naturbelassen sind und der Hund nur ab und zu Gras frisst.

    Gras fressen beim Hund – Erbrechen

    Manche Hunde haben gelernt, dass sie mit Grasfressen ein Erbrechen des Mageninhaltes auslösen können. Das Erbrechen findet statt, wenn der Hund sehr viel Gras in sehr kurzer Zeit zu sich nimmt. Da GrĂ€ser sehr schlecht verdaut werden können, entscheidet der Hunde-Organismus reflexartig ĂŒber das sogenannte Brechzentrum, den gesamten Mageninhalt zu entleeren. Diesen Mechanismus nutzen Hunde, wenn sie beispielsweise schlechtes Futter gefressen haben oder sonstige Fremdkörper im Magen haben. Sehr oft kommt es vor, wenn sie die letzten StĂŒcke vom Knochen heil runtergeschluckt haben.
    FĂŒhlen die Hunde also solch ein Magengrummeln, fressen sie hastig Gras, erbrechen dann und fĂŒhlen sich kurze Zeit spĂ€ter wieder wohl.

    Gras fressen beim Hund – Erbrechen mit gelbem Schleim

    Auch Hunde können von Übelkeit geplagt werden, wie wir Menschen auch. Besonders, wenn der Magen leer ist und der Hund Hunger hat, reagiert die MagenflĂŒssigkeit. Die Galle bzw. die Gallenblase befindet sich kurz hinter dem Magenausgang und produziert gelbe GallenflĂŒssigkeit. Wenn dem Hund morgens nach dem Aufstehen ĂŒbel ist, wird er sich unter UmstĂ€nden nach draußen auf den nĂ€chsten Grashalm stĂŒrzen. Die aufgenommenen GrĂ€ser veranlassen ein Erbrechen des Hundes. Das Erbrochene besteht in diesem Fall lediglich aus den Grashalmen, die mit gelbem Schleim vermischt sind. Der gelbe Schleim ist in diesem Fall die Beimischung der Galle.
    Zeigt der Hund dieses Verhalten öfter, solltest du einen Tierarzt konsultieren, denn dann hat der Hund tatsĂ€chlich Verdauungsprobleme. Als erste Maßnahme solltest du deine FĂŒtterungstechnik ĂŒberdenken. Vor allem Hunde, die nur einmal am Tag gefĂŒttert werden, zeigen dieses Problem. Besser wĂ€re es, solche Hunde mehrmals am Tag mit kleineren Portionen zu fĂŒttern.

    Was tun, wenn der Hund Gras frisst aber nicht erbricht?

    Hunde fressen auch Gras, weil es ihnen einfach schmeckt und nicht nur, um ein Erbrechen herbeizufĂŒhren. Das kannst du daran erkennen, dass dein Hund sehr lange nach dem „richtigen“ Grashalm sucht und ihn dann genĂŒsslich verspeist. Ein anschließendes Erbrechen findet dabei nicht statt. Hier handelt es sich wirklich um ein ganz normales und auch gesundes Verhalten.
    Allerdings gilt auch hier: Das Gras sollte frei von Umweltstoffen sein und die Grasaufnahme nur ab und zu getÀtigt werden. In den meisten FÀllen werden die GrÀser allerdings unverdaut aus dem Darm im Kot wieder ausgeschieden.

    Gras fressen beim Hund – Symptome

    Es gibt tatsÀchlich Ursachen oder Symptome, in denen Hunde allgemein vermehrt Gras fressen. Dieses haben Experten anhand mehrere Studien herausgefunden. Dabei sind einige Ursachen harmlos und andere wiederum sollten von einem Tierarzt abgeklÀrt werden. Vor allem, wenn der Hund das Gras mehrmals tÀglich wie unter Zwang frisst und auch sonst keinen gesunden Eindruck macht, ist der Gang zum Tierarzt wirklich unerlÀsslich.

    Bauchweh, Übelkeit, Magengrummeln, DarmgerĂ€usche

    Besonders DarmgerĂ€usche sind fĂŒr den Hundebesitzer nicht zu ĂŒberhören. Meistens liegt der Hund in Seitenlage und im hinteren Bereich des Hundes ertönen gluckernde GerĂ€usche. Das ist auf jeden Fall ein Symptom, dass der Hund Verdauungsbeschwerden hat. Gehst du dann mit ihm Gassi, wird er vielleicht auch Gras fressen, aber nicht erbrechen. Hilft ihm das Gras fressen nicht und sind die Symptome der DarmgerĂ€usche auch am nĂ€chsten Tag noch da, solltest du zum Tierarzt gehen.
    Anders sieht es bei Bauchweh, Magengrummeln und Übelkeit beim Hund aus. Dieses ist fĂŒr den Hundebesitzer nicht auf den ersten Blick erkennbar. Oftmals liegt der Hund dann nur teilnahmslos in der Ecke und gĂ€hnt und schmatzt sehr viel. Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass es dem Hund generell nicht gut geht und eine Übelkeit könnte die Ursache sein. Wenn du mit deinem Hund dann Gassi gehst, wird er wahrscheinlich Gras fressen, um ein Erbrechen herbeizufĂŒhren. Sollten die Symptome am nĂ€chsten Tag dennoch anhalten, ist auch hier ein Tierarztbesuch angeraten.

    Gras fressen beim Hund – Der Hund frisst sein Futter nicht

    Hat dein Hund grundsĂ€tzlich Verdauungsbeschwerden, fehlt es ihm vermutlich am Appetit und er wird sein Futter nicht anrĂŒhren. Das ist ein ganz normales Verhalten, welches wir ebenfalls bei uns Menschen kennen. Ist der Verdauungstrakt in irgendeiner Weise gestört, sollte die Nahrungsaufnahme gestoppt werden, damit sich Magen oder Darm regenerieren können. Auch Hunde tun dies instinktiv. Hat der Hund ĂŒberwiegend Beschwerden im Magentrakt, wird er eventuell Gras fressen, um ein Erbrechen herbeizufĂŒhren. Aber auch hier gilt: frisst dein Hund auch am zweiten Tag nichts, sollte ein Tierarzt um Rat gefragt werden.

    Gras fressen beim Hund – Hat der Hund Stress oder ist nervös

    Es gibt tatsĂ€chlich Hunde, die Gras fressen, wenn sie sehr gestresst oder nervös sind. Meistens fressen diese Hunde dann SĂŒĂŸgrĂ€ser, die erstens sehr gut schmecken und zweitens die SĂŒĂŸstoffe genutzt werden, damit es dem Hund besser geht. Das gleiche Verhalten sehen wir bei uns Menschen, wenn wir bei Stress zu einem Riegel Schokolade greifen. Weiterhin sind generell Kaubewegungen sehr beruhigend. Wenn dein Hund also gerade keine Gelegenheit hat, einen Knochen zu kauen, wird er eventuell auf Gras zurĂŒckgreifen.
    Auch in Hunderudeln kann mitunter beobachtet werden, dass ein Hund plötzlich anfĂ€ngt hektisch Gras zu fressen. Entweder will dieser Hund auf sich aufmerksam machen und den anderen somit signalisieren, dass er etwas Außergewöhnliches gefunden hat oder er möchte von einer stressigen Situation im Rudel ablenken.
    Übrigens kann auch das Gegenteil dazu fĂŒhren, dass dein Hund Gras frisst: nĂ€mlich Langeweile. Ist dein Hund also sehr unausgelastet, sucht er sich seine BeschĂ€ftigung selbst und das kann durchaus das Grasfressen sein. Hunde haben nicht viele Möglichkeiten, sich selbst zu beschĂ€ftigen. Außer wild durch die Gegend zu rennen, bleiben ihm nur AktivitĂ€ten mit seinen ZĂ€hnen.

    Gras fressen beim Hund – Wie gefĂ€hrlich ist das?

    GrundsĂ€tzlich ist das Grasfressen beim Hund nicht gefĂ€hrlich. Allerdings kommt es bei einer Vielzahl von Hunden vor, dass die GrĂ€ser aus dem Darm nicht komplett ausgeschieden werden können und ein Halm halb aus dem After hĂ€ngt. Wenn du den Halm nun schnell herausziehst, kann es sein, dass das scharfe Gras die Darmwand oder den Schließmuskel des Afters aufschneidet. NatĂŒrlich möchtest du deinem Hund helfen, aber gehe dabei sehr behutsam und gefĂŒhlvoll vor. Ziehe den Halm also nur sehr langsam aus deinem Hund. Sitzt der Grashalm sehr fest, scheue dich nicht davor, mit deinem Hund auch in dieser Situation zum Tierarzt zu fahren.

    Gras fressen beim Hund – Hund hat Blut im Stuhl, sollte man zum Tierarzt?

    Solltest du Blut in irgendwelchen Ausscheidungen deines Hundes finden, solltest du natĂŒrlich zum Tierarzt gehen. Dabei ist es egal, ob dein Hund Blut im Erbrochenen hat oder Blut im Kot. Dann hat dein Hund nĂ€mlich wirklich massive Verdauungsprobleme oder sogar Fremdkörper in sich. Die heftigen Kontraktionen beim Erbrechen oder Durchfall haben dazu gefĂŒhrt, dass Adern geplatzt sind. Hier solltest du auf keinen Fall mit Hausmitteln hantieren oder abwarten. Ein Tierarzt muss abklĂ€ren, woher das Blut kommt und gegebenenfalls die richtige Behandlung einleiten. Auf keinen Fall solltest du deinen Hund in diesem Fall Gras fressen lassen.

    Fazit!

    Sollte dein Hund gelegentlich Gras fressen, ist das absolut kein Grund zur Besorgnis. Manchen Hunden schmeckt es einfach. Wenn dein Vierbeiner allerdings zwanghaft nach GrasbĂŒscheln sucht und diese frisst bzw. wieder erbricht, solltest du deinen Hund genauer anschauen und prĂŒfen, ob er eventuell eine Krankheit hat. In diesem Fall kann eine ausgeprĂ€gte Magen-Darmstörung die Ursache fĂŒr das Verhalten sein. Daraufhin solltest du auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen und deinen Hund genau untersuchen lassen.

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