Vorurteile gegenüber BARF – Wir decken die Mythen auf!

Dort wo es Befürworter gibt, gibt es zumeist auch Kritiker und nichts ist wohl so umstritten wie die Ernährung, sowohl beim Menschen als auch beim Hund. Während bei der einen Gruppe die Barfgrundsätze als Allheilmittel verehrt und dogmatisch befolgt werden, verteufeln es die anderen als gefährlich und nicht mehr zeitgemäß, beides natürlich sehr überspitzt dargestellt. Viele Menschen, die versuchen sich in das Thema einzulesen, sind daher oftmals stark verunsichert.

Wir überprüfen deshalb, ob man die bekanntesten Vorurteile gegenüber Barf ernst nehmen sollte, oder ob es sich dabei eher um wenig belegbare subjektive Empfindungen der Kritiker handelt.

  1. „Knochen sind lebensgefährlich“

Wir beginnen direkt mit einem Klassiker, ein Vorurteil das wahrscheinlich jeder schon mal gehört hat. Die Angst vor Knochen resultiert aus den vielen Fällen, in denen Hunde Knochen verschluckt haben und sich an spitzen Stücken, quasi innerlich, „aufgeschlitzt“ haben oder in denen Knochenstücke die Luftröhre verstopften und der Hund so erstickte. Deshalb empfehlt die Futterindustrie auf Knochen in der Fütterung zu verzichten und stattdessen lieber Knochenmehl oder irgendwelche Kausticks von der Konsistenz eines Autoreifens zu füttern. Aber ist das wirklich nötig? Sind Knochen eine so große Gefahr für unsere Hunde?

Grundsätzlich kann man sagen: NEIN!

Aber Knochen ist nicht gleich Knochen. Gekochte Geflügelknochen zum Beispiel splittern leicht. Diese Splitter sind meist sehr spitz und können verschluckt werden. Daher sollte auf diese Geflügelknochen verzichtet werden. Ebenso sollte auf tragende Knochen verzichtet werden, vor allem von großen Tieren wie (Lamm, Rind, Pferd, Rehwild,…). Diese Knochen sind sehr hart und können dazu führen, dass in den Zähnen des Hundes kleinste Risse entstehen oder Zähne abbrechen, das ist weder gewollt noch förderlich.

Quelle: http://bit.ly/2m2K8Q6

Sind Knochen eine so große Gefahr für unsere Hunde?

 

Aber welche Knochen kann man füttern und warum sollte man das tun? Die Fütterung von Knochen ist aus verschiedenen Gesichtspunkten erforderlich. Zum einen deckt der Hund über Knochen seinen Calciumbedarf, zum anderen reinigt das Kauen und Abnagen von Knochen die Zähne. Ebenso sollte erwähnt werden, dass viele Hunde Spaß daran haben Knochen abzuknabbern und sich stundenlang damit beschäftigen können. Zur Fütterung geeignet sind vor allem Karkassen, Kalbsbrustbein, Lammrippen, Ziegenrippen und Hälse jeder Art. Bei der Fütterung beginnt man am besten mit möglichst weichen Knochen wie Hälsen. Dann kann man je älter und erfahrender der Hund wird langsam steigern.

  1. „Rohes Fleisch enthält zu viele Salmonelle und Bakterien, das macht den Hund krank“

Auch eines der Hauptargumente der Kritiker und dieses scheint auch erstmal nachvollziehbar. Jeder weiß zum Beispiel, dass man offenes Fleisch nach einigen Tagen nicht mehr verzehren sollte, das Geflügel immer durch gebraten sein sollte und so ließe sich die Liste weiter verlängern…

Aber der Hund ist kein Mensch! Der menschliche Verdauungsapparat lässt sich nicht mit dem des Hundes vergleichen. Der Hund ist, wie in meinem ersten Artikel erklärt, ein Fleischfresser. Der gesamte Verdauungstrakt ist darauf ausgelegt und eingestellt. Die Magensäure von Hunden ist stark sauer und kann Fleisch problemlos verdauen, auch werden Salmonellen und andere Bakterien komplett von der starken Magensäure, die erheblich stärker ist als die menschliche Magensäure, abgetötet und sind für den Hund absolut unschädlich. Zu beachten ist lediglich, dass erst durch den Schlüsselreiz der rohen Fütterung die Produktion der Magensäure in dem erforderlichen Maße angeregt wird. Deshalb ist eine langsame Umstellung auf die rohe Fütterung zu empfehlen, damit genug Magensäure für die Fleischmenge vorhanden ist. Die Produktion der Magensäure hat auch einen weiteren Vorteil und zwar schützt ausreichend Magensäure den Hund nicht nur vor Bakterien und er kann das Fleisch verdauen, nein die meisten Hunde sind auch infolge der rohe Fütterung bei weitem nicht mehr so krankheitsanfällig wie zuvor.

  1. „Nur wenn der Hund in jeder Mahlzeit alle nötigen Nährstoffe erhält ist er rundum versorgt und gesund“

Denkt man einmal kurz über dieses Vorurteil nach, erkennt man bereits mit dem gesunden Menschenverstand, dass es nicht überzeugen kann. Es wird allerdings gerne, vorwiegend von der Futtermittelindustrie, angeführt. Denken wir vor diesem Hintergrund nochmal über das Argument nach, erkennen wir schnell welche Interessen hier verfolgt werden: Hier möchte jemand die vermeintlich perfekte Ernährung verkaufen und damit Geld verdienen.

Aber ist diese Ernährung aus Fertigfutter wirklich die „perfekte Ernährung“? Welches Lebewesen der Welt ernährt sich in der Natur so? Wie haben sich die Hunde ernährt bevor die Futtermittelindustrie angefangen hat Alleinfuttermittel für Hunde herzustellen?

Nein natürlich ist diese Ernährung nicht die perfekte Ernährung für den Hund. Sie ist vor allem nicht natürlich. Kein Lebewesen, auch der Mensch nicht, ernährt sich so. Oder rechnen Sie in jeder Mahlzeit alle Nährstoffe zusammen (inklusive Mineralien usw.) und sorgen dafür, dass sie stets alle Nährstoffe erhalten? Zu beachten ist auch, dass manche Nährstoffe zusammen gar nicht so effizient aufgenommen werden können, wie wenn sie einzeln aufgenommen werden. Wichtig ist also einzig und allein, dass langfristig alle nötigen Nährstoffe zu geführt werden. Dies lässt sich am besten durch eine natürliche, abwechslungsreiche und frische Ernährung erreichen. Darüber hinaus gibt es auch noch einen anderen wichtigen Aspekt der für eine abwechslungsreiche, frische Fütterung spricht: Möchten Sie jeden Tag das gleiche Fertigprodukt vorgesetzt bekommen? Nein ? Warum soll ihr Hund dann jeden Tag das Gleiche fressen?

Quelle: http://bit.ly/2lROXcY

Warum soll ihr Hund dann jeden Tag das Gleiche fressen?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass unsere Hündin Kessy nie wirklich gerne gefressen hat. Aber seit sie bei uns ist und wir barfen frisst sie wirklich gut und wartet schon immer ungeduldig auf ihren Napf. Vor allem wenn es Ei und Entenfleisch gibt J. Beachten sie, dass es in der Umstellungsphase dazu kommen kann, dass ihr Hund nicht direkt wie wild zum Napf stürmt. Dies liegt vor allem daran, dass in den heutigen Futtermitteln oftmals Geschmackverstärker und Lockstoffe zugeführt werden, die das Futter für den Hund besonders „lecker“ machen. Das rohe, frische Futter schmeckt dann anfangs recht fad. Aber der Hund lernt schnell wieder im Rahmen seiner natürlichen Fähigkeiten zu schmecken und dann sind Lockstoffe und Geschmacksverstärker absolut überflüssig, dies lässt sich ausnahmsweise gut mit der menschlichen Ernährung vergleichen.

  1. „BARF ist teuer und zeitaufwendig“

Dieses Werturteil muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Es kommt auf verschiedene Faktoren an und wie so oft sind hier den eigenen Vorlieben kaum Grenzen gesetzt.

Eine Barfernährung kann sowohl teuer als auch günstig sein. Dies hängt zum Beispiel davon ab welche Fleischsorten gefüttert werden, mittlerweile kann man im Handel zum Beispiel problemlos Büffel, Strauß oder andere ausgefallene Fleischsorten kaufen, die dann natürlich auch teurer sind als Geflügel, Rind, Pferd usw. Auch gibt es Menschen, die nur biologisch produziertes Fleisch oder Gemüse füttern auch darüber lässt sich der Preis beeinflussen. Aber grundsätzlich lässt sich eine vernünftige, ausgewogene Barfernährung ungefähr zu den Preisen von Fertigfuttermitteln erreichen. Wer darüber hinaus noch nach Angeboten Ausschau hält, beim Metzger nach Pansen und Co fragt, die der Mensch nicht essen möchte oder vielleicht sogar Kontakt zu Jägern hat, kann den Preis weiter drücken. Des Weiteren zeigt sich, dass Hunde aufgrund des gestärkten Immunsystems bei einer ausgewogenen (!) Barfernährung weniger krankheitsanfällig sind. Würde man die eingesparten Tierarztkosten und die Stunden, die man im Wartezimmer sitzt noch berücksichtigen, ist das Ergebnis wohl eindeutig.

Zum Thema Zeit lässt sich ähnliches sagen: Es kommt drauf an! Viele „Barfer“ portionieren z.B. am Anfang des Monats einmalig die einzelnen Mahlzeiten vor und frieren diese dann ein. Diese werden dann passend aufgetaut. Der Zeitaufwand der Fütterung ist dann nicht höher, als eine Dose zu öffnen oder den Napf mit Trockenfutter zu füllen. Auch hier gilt also quasi Gleichstand zwischen Fertigfutter und Barfernährung. Als kleine Anmerkung aus eigener Erfahrung möchte ich aber noch erwähnen, dass es richtig Spaß machen kann, dem Hund eine ausgewogene Mahlzeit zuzubereiten, wenn man dann sieht mit welcher Freude gefressen wird.

  1. „Rohes Fleisch und Blut machen den Hund aggressiv und blutrünstig“

Dieses letzte Vorurteil begegnet mir immer wieder und ich bin immer wieder überrascht, dass es tatsächlich Menschen gibt, die daran glauben. Ich kann vielleicht zunächst aus eigener Erfahrung sagen, dass unsere Hündin mich noch nicht zerfleischt hat. J Des Weiteren kenne ich auch einige Jäger, die ihre Hunde barfen und diese Hunde bringen das erlegte, blutende Wild trotzdem noch wie gewohnt zurück ohne es vorher zu zerfleischen.

Die rohe Ernährung war früher die einzige Ernährung des Hundes. Trotz dieser Ernährung hat er sich zum besten Freund des Menschen entwickelt. Der Hund ist ein Fleischfresser aber er wird nicht durch den Geruch von Blut aggressiv. Natürlich hat der Hund einen Jagdtrieb, aber diesen haben alle Hunde, auch die, die mit Fertigfutter gefüttert werden. Dieses Vorurteil kann man also problemlos verwerfen und sollte sich besser vergegenwärtigen, dass nicht der Hund böse oder aggressiv ist, es ist der Mensch der ihn durch sein Verhalten und seine Erziehung zu dem macht, was er dann am Ende ist.

 

FAZIT:

Abschließend bleibt also festzuhalten, dass alle Vorurteile gegenüber der biologisch, artgerechte, rohe Fütterung nicht überzeugen konnten und leicht zu wiederlegen waren. Bei einer ausgewogenen, rohen Fütterung ergeben sich vor allem viele Vorteile, sowohl für Hund und Halter.

Was eine ausgewogene und natürliche Barf-Ernährung ist, erklären wir im nächsten Blogbeitrag.

 

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