🐕 UnerwĂŒnschtes Jagdverhalten beim Hund đŸŸ

Sprechen wir vom Jagdverhalten unserer Hunde, dann haben wir meist negative Assoziationen im Kopf. Diese sind dann auch oft Grund dafĂŒr, warum die meisten oder viele Hunde, ausschließlich an der Leine gefĂŒhrt werden. Im Stadt- bzw. Ortsgebiet auch unbedingt notwendig. Jedoch wĂ€re es auch einfach mal schön, wenn man seinen Hund auch auf einer abgelegenen Wiese oder einem Feldweg in den Freilauf schicken kann. WĂ€re da nicht die sicherlich berechtigte Angst, dass der eigene Hund zum JĂ€ger mutiert. Schiebe diese Angst einfach mal komplett zur Seite, denn wir machen jetzt ein kurzes Gedankenprojekt:

Stell dir vor, du bist mit deinem Hund im Wald unterwegs. Um euch herum hörst du die Vögel zwitschern und den Wind durch die BlĂ€tter rauschen. Weit und breit nichts anderes zu sehen und zu hören. Du entscheidest, deinen Hund in den Freilauf zu schicken. WĂ€hrend du genĂŒsslich weitergehst, blickt dein Hund zwischen den Schnupperphasen, immer wieder zu dir, um seine Aufmerksamkeit zu bekunden. Diesen Blick nimmst du zum Anlass, mit deinem Hund ĂŒber einen Baumstamm zu balancieren oder du fĂŒhrst ihn in die Welt des WĂŒrstelbaums ein. WĂ€re das nicht schön, wenn du so mit deinem Hund spazieren gehen könntest? Dann lass uns loslegen und daran arbeiten, denn der Weg zum Ziel beginnt immer mit einem Traum.

Warum jagen Hunde?

Bevor du ans Training gehen kannst, solltest du dir unbedingt vorher die Frage stellen, warum Hunde ĂŒberhaupt jagen. HierfĂŒr gibt es verschiedenste GrĂŒnde: 

Rassezugehörigkeit sowie Überlebensgrundlage

Die Rassezugehörigkeit spielt eine große Rolle. So wurden bestimmte Hunderassen speziell fĂŒrs Jagen gezĂŒchtet, wĂ€hrend andere nie eine jagdliche Aufgabe inne hatten. Dennoch kann sich auch ein nicht speziell fĂŒr die Jagd gezĂŒchteter Hund zum hervorragenden JĂ€ger entwickeln, denn Jagen ist ein urtypisches Verhalten, welches ursprĂŒnglich fĂŒrs Überleben notwendig war bzw. auch bei manchen Hunden heute noch das Überleben sichert.

Entwicklungsphasen des Hundes

Etwa in der 5. Lebenswoche treten erste Jagdanzeichen auf, welche im Spiel mit den Geschwistern oder beim Erkunden der Umwelt (Insekten, vorbeifliegende BlĂ€tter
) geĂŒbt werden. Um die 9. Lebenswoche kannst du bereits erstes „richtiges“ Jagdverhalten erkennen. WĂ€hrend das jagdliche Interesse zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 3. Lebensjahr ansteigt, befindet sich dein Hund im Alter von etwa 9. bis 18. Lebensmonat (Junghundephase) in der jagdlichen Hochsaison. Ein Grund dafĂŒr ist vermutlich auch der erhöhte Stresspegel wĂ€hrend dieser sensiblen Entwicklungsphase sowie auch die bisher gemachte Lernerfahrung.

Nachahmung

Auch bei Hunden gibt es verschiedenste Lerntypen. So kann dein Hund auch durch Zusehen eines anderen Hundes gelernt haben, zu jagen. Daher empfiehlt es sich, vor allem in der jagdlichen Hochsaison deines Hundes, beobachtende Erfahrungen zu vermeiden.  

Langeweile, Stressverhalten sowie Impulskontrolle des Hundes

Wird ein Hund nicht ausreichend gefordert, dann wird er selbststĂ€ndig auf Ideen kommen, wie er seiner Langeweile entkommt. Beim Spaziergang könnte dies eben das Jagen von verschiedensten beweglichen Objekten – Katzen, Radfahren, Joggern, Wild uvm. – sein. Langeweile kann aber auch den Stresspegel in den negativen Bereich katapultieren, sodass das Jagdverhalten des Hundes auch eine Stressreaktion sein kann. Dies kann aber auch auf Hunde zutreffen, die durch zu viel oder falsche BeschĂ€ftigung ĂŒberfordert werden, denn auch hier wird sich der Stresspegel ĂŒber kurz oder lang im negativen Bereich bewegen. Dazu kommt noch, dass bei einem gestressten Hund nur mehr bedingt Impulskontrolle vorhanden ist, denn diese ist nicht unerschöpflich. Das heißt, nicht nur der Stresspegel und die dadurch vorhandenen Stresshormone, sondern auch die fehlende Impulskontrolle fĂŒhren dazu, dass dein Hund Stressverhalten zeigt. Im Falle von bewegenden Objekten, kann dies eben das Nachjagen dieser sein.

Du siehst, Jagdverhalten kann sich aus verschiedensten GrĂŒnden entwickeln, jedoch kannst du durch dieses Wissen nun bereits das (noch nicht vorhandene) jagdliche Interesse deines Hundes beeinflussen. Wie das erfĂ€hrst du spĂ€ter. 

Biologie des Jagdverhaltens von Hunden

Jagen ist eine Kette mehrerer Verhaltensweisen. Daher sprechen wir hier von der Jagdverhaltenskette, die folgende Glieder beinhaltet: ORTEN – FIXIEREN – ANSCHLEICHEN – HETZEN – PACKEN (TÖTEN – FRESSEN). Nicht alle Teile der Jagdverhaltenskette sind bei allen Hunden vorhanden. So kann es sein, dass die einen vom Orten gleich zum Hetzen ĂŒbergehen, wĂ€hrend andere Hunde die Jagdverhaltenskette vollstĂ€ndig abarbeiten. Dies ist von Rasse sowie auch Lernerfahrung des jeweiligen Hundes abhĂ€ngig. TÖTEN und FRESSEN stehen deshalb in Klammer, weil diese bei unseren „Familienhunden“ nur mehr selten auftreten. Ausnahmen gibt’s natĂŒrlich immer. 
Weiters wird in Such- sowie SichtjĂ€ger unterschieden. So gibt es Rassen bzw. Hunde, die auf Sichtung und jene, die auf Geruch des Jagdobjektes reagieren oder aber, sowohl auf Sicht als auch auf Geruch. So ist es auch hier von Rasse bzw. vom Hund abhĂ€ngig, welche Art von JĂ€ger er ist.  
Das GefĂ€hrliche am Jagen ist, dass es zur Sucht werden kann und hierfĂŒr ist nicht einmal Jagderfolg notwendig! Denn AB dem Zeitpunkt, wo dein Hund den Reiz (zB einen Hasen oder eine Katze) wahrgenommen hat, wird Adrenalin ausgeschĂŒttet. Dieses fĂŒhrt zur Leistungssteigerung deines Hundes, um fĂŒr die bevorstehende Jagd gewappnet zu sein. Weiters kommt es zur AusschĂŒttung eines Hormoncocktails, der deinen Hund in einen Rauschzustand versetzt. DafĂŒr verantwortlich sind vor allem die Hormone Dopamin und Serotonin. WĂ€hrend Dopamin als sogenanntes GlĂŒckshormon fĂŒr die Antriebskraft und Motivation zustĂ€ndig ist, wirkt sich das WohlfĂŒhlhormon Serotonin positiv auf die allgemeine Stimmung aus. Dieses Hormon kommt bei jedem selbstbelohnenden Verhalten zum Einsatz. Diese Erfahrung bzw. dieses unglaubliche RauschgefĂŒhl wird im Großhirn gespeichert und möchte auch unbedingt wiederholt werden. Es kommt zur SUCHTGEFAHR!

UnerwĂŒnschtes Jagdverhalten beim Hund – unterbinden

Eines vorweg, du kannst deinem Hund weder das Jagdverhalten abtrainieren/abgewöhnen noch kannst du es unterbinden. ABER du kannst das Jagdverhalten umlenken und auch lernen, damit kontrolliert umzugehen, sodass es fĂŒr deinen Hund keine Notwendigkeit mehr gibt, selbststĂ€ndig auf die Jagd zu gehen. HierfĂŒr habe ich ein paar Tipps mit denen du das Jagdverhalten deines Hundes in die richtigen Bahnen lenken kannst:

„Antijagdtraining“ ist ein 24-h-Programm, welches von dir enorm viel ZEIT, AUFMERKSAMKEIT, GEDULD, VERTRAUEN und VORAUSSCHAUENDES HANDELN fordert. Ebenso solltest du UNBEDINGT motiviert sein sowie auch Spaß am positiven Training mit deinem Hund haben. Dazu kommt noch, dass jeder Hund anders ist, daher gibt es auch nicht DAS ultimative Programm, welches bei jedem Hund genau so anwendbar ist. 

  1. Lerne UNBEDINGT die Körpersprache deines Hundes kennen. Nur so kannst du noch adĂ€quat eingreifen und die nachfolgenden Jagdsequenzen verhindern. 
  2. Achte darauf, dass die GrundbedĂŒrfnisse (BedĂŒrfnispyramide nach Maslow) deines Hundes gestillt werden. Nicht erfĂŒllte GrundbedĂŒrfnisse wirken sich negativ auf das StresskostĂŒm deines Hundes aus. 
  3. Dein Hund sollte unbedingt körperlich UND auch geistig artgerecht ausgelastet werden. Zur geistigen Auslastung eignen sich vor allem bei jagdlich motivierten Hunden alle BeschĂ€ftigungsvarianten, bei der die Nase eingesetzt wird. ZusĂ€tzlich zur artgerechten Auslastung stillst du damit auch gleich einen Teil des jagdlichen BedĂŒrfnisses deines Hundes.  
  4. Halte den Stresspegel deines Hundes im positiven Bereich und sorge fĂŒr ausreichend Ruhe- und Entspannungszeiten. 
  5. Beginne das Training UNBEDINGT in ablenkungsfreier Umgebung, damit dein Hund die notwendigen Signale lernen und auch festigen kann. 
  6. Ermögliche fehlerfreies Lernen. Das heißt, gehe im Training schrittweise vor und passe das Lerntempo an deinen Hund an. Er sollte nicht gelangweilt, aber auch nicht ĂŒberfordert werden. 
  7. Trainingspausen sind wichtig fĂŒr nachhaltiges Lernen und helfen deinem Hund, wieder Energie und Impulskontrolle zu tanken. 
  8. ZusĂ€tzlich macht es Sinn, deinem Hund diese Signale beizubringen: RÜCKRUF, PFIFF, STOPPEN AUF DISTANZ sowie RADIUSTRAINING.
  9. Eines der meiner Meinung nach wichtigste Signal, welches jeder Hund kennen und können sollte, ist der BLICKKONTAKT. Warum? Weil ein Hund, der selbststĂ€ndig zu mir Blickkontakt aufnimmt, viel aufmerksamer mir gegenĂŒber und im Gegenzug „unaufmerksamer“ gegenĂŒber seiner Umwelt wird. Ein Hund der mich ab und zu anschaut, tut sich beim Abscannen der Umgebung, um Wild etc. zu finden, schwerer. ZusĂ€tzlich sollte dein Hund aber auch auf Signal Blickkontakt anbieten können. Das ermöglicht es dir, ihn in bestimmten Situationen „umzulenken“ und macht ihn so leichter zugĂ€nglich fĂŒr weitere Signale.
  10. Gestalte den Spaziergang mit deinem Hund interaktiv und bedĂŒrfnisorientiert. Damit meine ich, dass du deinen Hund beim Spaziergang beschĂ€ftigst und darauf auf seine als auch deine BedĂŒrfnisse achtest. Was macht euch gemeinsam Spaß. Ist dein Hund beispielsweise ein SuperschnĂŒffler, dann kannst du viele SchnĂŒffelspiele einbauen. Bei sehr bewegungsfreudigen Hunden empfiehlt es sich, Bewegungs- und KletterĂŒbungen zu machen.

Hilfsmittel fĂŒr das Anti Jagd Training mit dem Hund

  • Brustgeschirr und Schleppleine: Leine NIE eine Schleppleine an ein Halsband an, da im Falle eines Nachjagens enorme Verletzungsgefahr fĂŒr deinen Hund besteht!
  • Clicker oder Markerwort (spezielles Lobwort, auf welches IMMER eine Belohnung folgt)
  • viele tolle FutterstĂŒcke
  • alternative Belohnungsvarianten: Was findet dein Hund (außer Futter) noch ganz toll? Buddeln, Laufen, Dummy tragen uvm.  
  • Mach dir unbedingt einen Trainingsplan

Was mache ich bei extremen Jagdverhalten beim Hund?

Neigt dein Hund zu besonders extremen Jagdverhalten, dann empfiehlt es sich ganz genau zu ĂŒberprĂŒfen, ob dein Hund BedĂŒrfnisse hat, die nicht gestillt werden und er so zu Stressverhalten neigt. Nicht immer, aber leider viel zu oft ist Stress der Grund, warum es zu extremen Verhaltensweisen – darunter auch das Jagdverhalten – kommen kann. Aber auch die Gesundheit bzw. Erkrankungen (SchilddrĂŒse, Diabetes etc. oder auch Probleme am Bewegungsapparat) können ein Grund sein. ZusĂ€tzlich zu vielleicht notwendigen medizinischen Schritten solltest oben erwĂ€hnte Tipps beachten. 

Fehlerquellen beim Anti Jagdtraining mit dem Hund

Bist du der Meinung, dass dein Training nicht fruchtet, dann kann es dafĂŒr verschiedenste GrĂŒnde geben:

  • Falsche (Futter)Belohnung: Was als Belohnung empfunden wird, entscheidet einzig der EmpfĂ€nger
  • Bestechung statt Belohnung: Erst, wenn dein Hund das gewĂŒnschte Verhalten zeigt, holst du Futter aus deinem Futterbeutel. Hast du bereits vorher Futter in der Hand, lernt der Hund recht schnell, dass das Signal nur in Kombination „Futter in der Hand“ gĂŒltig ist
  • Falsches oder zu spĂ€tes Timing beim Belohnen
  • Deine Anforderungen gegenĂŒber deinem Hund sind zu hoch: Das Lerntempo entscheidet ausschließlich dein Hund. Achte darauf, deinen Hund weder zu ĂŒber- noch zu unterfordern. 
  • Stressiges Drumherum: An stressigen Tagen fahren wir selbst auch schneller aus der Haut oder sind nicht so aufnahmefĂ€hig, wie an anderen Tagen. Das gilt auch fĂŒr unsere Hunde. 

Jagdverhalten Hund und Katze

Beachtest du meine oben erwĂ€hnten Tipps, dann macht es keinen Unterschied, ob dein Hund Katzen oder anderen beweglichen Reizen nachjagt. Handelt es sich allerdings um die eigene Katze, die mit deinem Hund im Haushalt lebt, dann sieht das Training hierbei etwas anders aus. Dazu empfehle ich dir meinen Artikel Hund & Katze aneinander gewöhnen .  

Fazit !

Halte durch – Lernen erfolgt immer in Kurven, welche vor allem anfangs sehr stark verlaufen können. Aber es zahlt sich aus, dranzubleiben.

Bewertung: 5. von 6 Stimmen.
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GrĂŒnlippmuschelkapseln GrĂŒnlippmuschelpulver Kokosöl Spirulina Pulver Hanföl
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Besonderheiten: Besteht aus 100% Perna Canaliculus und hoher Gehalt an Glucosaminoglycanen Besteht aus 100% Perna Canaliculus und hoher Gehalt an Glucosaminoglycanen 100% BIO und Nativ. EnthĂ€lt hochwertige und essenzielle FettsĂ€uren Zahlreiche Vitamine, AminosĂ€uren und Mineralstoffe Hoher Anteil von essentiellen FettsĂ€uren, Alpha und Gamma LinolsĂ€ure & natĂŒrlichem Vitamin E
FĂŒrs Barfen geeignet: ✓ ✓ ✓ ✓ ✓
Geschmack: neutral neutral Kokos neutral neutral
Art: Kapseln Pulver Festes Öl Pulver Öl
Herstellungsverfahren: Schonende Trocknung Schonende Trocknung Schonend kaltgepresst Schonende Trocknung Schonend kaltgepresst
Frei von ZusĂ€tzen: ✓ ✓ ✓ ✓ ✓
100% Zufriedenheitsgarantie: ✓ ✓ ✓ ✓ ✓
GrĂ¶ĂŸen: 300 Kaspeln 250g, 500g 500ml, 1000ml 500g 1000ml

 

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Barbara

Insgesamt habe ich 3 wunderbare Hunde (Nanuk, Jasper und Amina), die auch manchmal ihren eigenen Kopf haben und das finde ich auch gut so ;-) Im Mai 2017 habe ich meine 2-jĂ€hrige Ausbildung zur ganzheitlich orientierten Hundeverhaltenstrainerin abgeschlossen und bin seitdem auch als solche tĂ€tig. DarĂŒber hinaus habe ich im FrĂŒhjahr 2019 die Ausbildung zur zertifizierten Trainerin fĂŒr stressbedingte Verhaltensweisen beim Hund erfolgreich absolviert. Ich sehe es als meine Aufgabe, ein respektvolles Miteinander zwischen Mensch und Hund zu fördern, schließlich sollte dies beiderseits Freude machen.

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