Mein Hund möchte nicht spielen – was kann ich tun?

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Spielen. Die einen lieben es, die anderen sind nicht dafür zu begeistern. Doch was ist, wenn Dein Hund plötzlich nicht mehr spielen möchte, obwohl er es vorher geliebt hat? Das und viele andere Themen kannst Du hier nachlesen.

Er will einfach nicht spielen

Die Pubertät ist vorbei

Wenn der Hund erwachsen wird, ändert sich auch sein Spielverhalten. Er sucht sich genauer aus, mit welchem Hund er spielen möchte und mit wem lieber nicht. Mach Dir also keine Sorgen, wenn Dein Hund nur noch mit ihm bekannten, guten Hundefreuden spielen möchte und anderen Hunden ausweicht oder deren Spielaufforderungen abweist. Das heißt nicht, dass Dein Hund aggressiv oder „nicht sozial“ ist, sondern einfach, dass er nun erwachsener geworden ist. Vielleicht ist für ihn Spielen nicht mehr so wichtig oder er fühlt sich bei fremden Hunden nicht mehr so sicher wie früher.

Krankheit oder Verletzung

Wenn Dein Hund allzeit gerne gespielt hat, doch dies plötzlich nicht mehr tut, könnte dies auch an einer Krankheit oder Verletzung liegen, eventuell hat er auch Gelenkschmerzen. Oft ist eine Verletzung oder Krankheit nicht leicht zu erkennen. Hier sollte der Vierbeiner einfach beobachtet werden. Ändert sich auch nach einiger Zeit nichts am Spielveralten, sollte dies beim Tierarzt nachgeprüft werden.

Mein Hund spielt nicht mehr mit anderen Hunden

Die Chemie stimmt nicht.

Hunde suchen sich ihren Spielpartner auch danach aus, wie sich der andere Hund beim Spiel zeigt. Das bedeutet, sie wägen ab, wie fordert der andere Hund zum Spiel auf, welchen Spielstil bietet er an oder wie aufgedreht ist er. Das sind Kriterien, die den Hund abwägen lassen, ob dieser Vierbeiner nun ein geeigneter Spielpartner ist oder nicht. Der eine liebt zum Beispiel Rennspiele, der andere mag diese gar nicht. Der eine liebt Ballspiele und der andere kann mit Bällen nichts anfangen. Das ist ganz normal, denn jeder Hund ist anders. Zum Glück! 🙂

Beobachte Deinen Hund

Beobachte einmal genau das Spielverhalten Deines Hundes und versuche herauszufinden, mit wie vielen Hunden spielt er, spielt er eher mit Hündinnen oder mit Rüden, nur mit Junghunden oder nur mit Erwachsenen und welche Spiele bevorzugt er?

Das richtige Spiel finden

Nicht jeder Hund ist ballbegeistert, nicht jeder mag apportieren und nicht jeder liebt Zerrspiele. Bei den meisten Hunden jedoch, kommen Futtersuchspiele immer gut an. Auch Denkspiele mögen viele Hunde. Wenn Du durch Beobachtung ein wenig herausgefunden haben, welcher Spielstil Deinen Hund am meisten begeistert, kannst Du Dich mit passenden Hund- und Halterpärchen zu Spielstunden verabreden. So kann Dein Hund – und Du selbst – die Spielzeit genießen. Denn mit passendem Spielpartner spielt es sich doch viel besser!

Mein Hund will nicht apportieren

Apportieren ist eines der schwierigsten Spiele. Viele Hunde finden erstmals keine Freude daran, doch wenn sie es einmal verstanden haben, ist es eine optimale Lösung um die Bindung zwischen Mensch und Hund während der Spielzeit zu verstärken.

Wieso ein Hund nicht apportieren will muss erst einmal herausgefunden werden, anbei mögliche Probleme und Erläuterungen:

Mein Hund läuft nicht zum besagten Gegenstand

Der Mensch ist unklar in seiner Körpersprache. Damit signalisiert er dem Hund unwissentlich, dass er sich nicht bewegen soll. Das könnte durch einen direkten Augenkontakt vom Mensch zum Hund hervorgerufen werden, während der Hund das Apport-Signal bekommt.

Das Trainingsgelände ist unpassend, da der Hund sich unsicher fühlt. Eventuell erst einmal im eigenen Garten oder sogar in der Wohnung beginnen.

Der Hund läuft los, aber nicht zum Gegenstand – er interessiert sich eher für andere Gerüche

Der Untergrund weist zu viele Ablenkungsreize auf. Auch hier besser erst einmal auf bekanntem Terrain beginnen.

Für den Hund ist der Apport-Gegenstand uninteressant bzw. er versteht den Sinn darin nicht. Du solltest dann einen anderen Gegenstand wählen, z.B. ein Futterbeutel, um dem Hund den Sinn der Übung zu verdeutlichen.

Der Hund nimmt den Apport-Gegenstand und schüttelt ihn

Durch das Schütteln demonstriert der Hund das Töten der Beute. Kommt der Hund trotzdem zurück, kann das Verhalten zunächst ignoriert werden.

Kommt der Hund nicht zurück, wird die Trainingsleine verkürzt und Du gehst vorwärts, bis der Hund aufhört zu schütteln. Biete ihm seitlich Deine Hand an. Gibt er den Gegenstand ab, lobe ihn.

Der Hund läuft zum Apport-Gegenstand, nimmt ihn jedoch nicht auf

Der Gegenstand ist plötzlich uninteressant geworden und der Hund bewegt sich nicht mehr. Um dem Hund einen neuen Impuls zu geben, solltest Du den Apport-Gegenstand an ein langes Seil binden und daran ziehen. Das weckt beim Hund erneut den Jagdinstinkt.

Der Hund nimmt den Gegenstand auf, kommt aber nicht mit diesem zurück

Mit einer Leine kannst Du den Hund nach und nach zu Dir zurückholen und bietest ihm dann seitlich eine Hand zur Abgabe an. Gibt er ab, lobe ihn.

Der Mensch hat direkten Augenkontakt mit dem Hund, was diesem signalisiert, dort stehen zu bleiben bzw. sich nicht zu bewegen. Eindeutig ist es, wenn der Mensch in seine Hand schaut, wo der Hund den Gegenstand hin apportieren soll.

 

Der Spiel-Muffel

Erst einmal sollten wir Menschen einsehen, dass der Hund selbst kein Spielzeug ist. Das heißt, nicht immer wenn Herrchen oder Frauchen Lust auf Spielen hat, hat der Hund es auch. Manche Hunde haben einfach keine Lust auf Ballwerfen, Stöckchen-Holen oder Wettrennen. Herrchen und Frauchen können nicht verstehen, wie Ihr Vierbeiner den tollen nigelnagelneuen Ball einfach links liegen lässt und fragen sich, was er nur hat. Den Hund interessieren viel mehr die Büsche, Bäume und Wiesen, anstatt das neue Spielzeug. Erst einmal ist ein solches Verhalten kein Grund zur Besorgnis, denn wie bei uns Menschen gibt es auch bei Hunden verschiedene Wesenstypen, die verschiedene Vorlieben haben. Es gibt ängstliche Hunde, draufgängerische, aber eben auch Spiel-Muffel. Man soll seinen Hund also nicht zum Spiel zwingen, wenn er es nicht möchte, dann braucht er es auch nicht um glücklich zu sein. Wenn er jedoch traurig oder unvollständig scheint oder auch sonst Probleme mit anderen Hunden hat und diese ihn abhalten mit dem jeweiligen Tier zu spielen, solltest Du doch eingreifen, beispielsweise indem Du Dir einen Hundetrainer zu Rate ziehst oder eine Hundeschule besuchst.

Den eigenen Hund zum Spiel begeistern

Ob man solche Spiel-Muffel animieren soll und überhaupt kann, ist von Tier zu Tier unterschiedlich. Nachfolgend einige Anregungen.

Spielen muss man lernen

Hunde lernen das Spielen in der Welpenzeit. Wenn ein Hund in dieser Prägephase nie mit Spielzeug etwas zu tun hatte, wird er auch später damit nichts anzufangen wissen. Doch auch solche Hunde lassen sich oft motivieren. Darum gilt, probieren geht über studieren. Es gibt natürlich Rassen, die spielfreudiger sind als andere (ein Hütehund eher als ein Herdenschutzhund), doch auch hier gilt Ausnahmen bestätigen die Regel.

Das allzeit verfügbare Spielzeug

Genau das sollte es nicht sein – allzeit verfügbar. Manchmal liegt die Spiele-Unlust auch an der Präsenz des Spielzeugs. Genau wie bei uns Menschen übt etwas, was nicht permanent erreichbar ist, viel mehr Reiz aus, als etwas was immer da ist. Wenn der Ball, das Seil oder das Quietschetierchen also immer genau vor der Nase Ihres Hundes liegen, verliert er irgendwann das Interesse daran. Auch wenn es ein zu großes Angebot an Spielsachen in der Nähe gibt, verliert der Hund den Spaß daran.

 Das Spielzeug wieder interessant machen

Begehrenswert wird ein Spielzeug erst, wenn der Hund es nicht permanent vor Augen hat. Du, Herrchen oder Frauchen, kannst Deinem Hund einen Ball vor die Nase halten, kurz spielen und dann gleich wieder wegpacken. So wird der Ball für den Vierbeiner wieder interessant. Viele Hunde reagieren auf solche „Spielchen“ – je mehr Aufwand Du um den Ball machst, desto toller erscheint er dem Hund. Außerdem solltest Du das Spielzeug nach jedem Spiel immer komplett wegräumen und nicht in Reichweite liegen lassen. Möchte jemand mit dem Hund spielen, werden die Spielsachen wieder herausgeholt. Der Hund wird sich mit Begeisterung ins Spiel stürzen. Danach wird es wieder weggepackt und Du wirst sehen, wie sehr der Hund sich auf das nächste Mal Spielzeit freut.

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About Author

Ich bin Marion, 23 Jahre jung und habe zwei tolle Vierbeiner an meiner Seite: Clyde, 5, ein Stafford-Boxer-Mix und Liesel, 3, eine Malinois-Hündin. Ich liebe es Zeit mit meinen Hunden zu verbringen, sie sind, neben meiner Familie, das Wichtigste für mich. Was ich sonst noch mag ? lange Spaziergänge, die Natur, gutes Essen und DiY & Nähen. :-) Außerdem bin ich ein großer Tierliebhaber <3