Hundekekse selbst backen

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Viele von uns verbinden die Weihnachtszeit mit Tellern voller Pl├Ątzchen und Duft von frisch gebackenen Keksen. Sicher hat der eine oder andere auch dieses Jahr schon in der K├╝che gestanden und Kekse in Form von Weihnachstm├Ąnnern ausgestochen oder Vanillekipferl geformt. Vielleicht habt ihr euch schon mal die Frage gestellt, ob man nicht auch unseren Vierbeinern etwas Gutes tun und statt Zimtsternen Hundeleckerlis backen k├Ânnte.
Zu diesem Thema habe ich euch im folgenden Artikel die wichtigsten Informationen und auch ein paar einfache Rezepte zusammengestellt.

Selbst backen ÔÇô was ist zu beachten?

Generelle ├ťberlegungen

Vorteile

Ich selbst und vermutlich die meisten Barfer haben sich f├╝r diese Art der F├╝tterung entschieden, weil wir so gew├Ąhrleisten k├Ânnen, genau zu wissen was im Hundenapf landet. Oft steht man dann bei der Auswahl der Leckerlis allerdings vor dem Problem, dass viele Getreide oder undefinierte Nebenerzeugnisse enthalten. Gut deklarierte Leckerlis mit hochwertigen Inhaltsstoffen sind ÔÇônat├╝rlich berechtigt- auch entsprechend teuer und wer dann zum Training oder f├╝r mehrere Hunde gr├Â├čere Mengen braucht, wird schnell feststellen, dass die Leckerlis einen betr├Ąchtlichen Posten in den monatlichen Kosten f├╝r den Vierbeiner ausmachen. Die zwei wichtigsten Vorteile Leckerlis selbst zu backen, bestehen f├╝r mich daher darin, dass ich zum einen sparen kann und zum anderen selbst die Inhaltsstoffe bestimme. Letzteres ist gerade f├╝r Besitzer von Allergikern besonders interessant, da man fast jede Zutat entweder weglassen oder austauschen kann, sodass sich f├╝r jeden Hund geeignete Rezepte finden lassen.

Welche Zutaten eignen sich?

Im Prinzip kann man so gut wie alles verarbeiten, was der Hund so auch fressen darf. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. In Rezepten werdet ihr von Dosenfutter ├╝ber Babygl├Ąschen bis zu frischer Leber alles finden. Auch verschiedene Farben lassen sich erzeugen, mit Spinat bekommt man sch├Âne gr├╝ne Leckerlis, rote Beete dagegen macht die Kekse pink. Um nicht von der Masse an verschiedenen Rezepten erschlagen zu werden, empfiehlt es sich einfach mal im K├╝hlschrank nachzuschauen, welche Zutaten man zuhause hat und was sich daraus vielleicht schon zaubern l├Ąsst. Oder man ├╝berlegt, was der Hund besonders gerne frisst und sucht sich ein entsprechendes Rezept dazu.

Was brauche ich?

Wer gerne backt, hat sicher das notwendige Equipment bereits zuhause. Auf jeden Fall braucht ihr einen Backofen, Backblech, Sch├╝sseln, L├Âffel und idealerweise einen Mixer oder P├╝rierstab. Ihr seht- alles Sachen, die man eigentlich schon zuhause hat. Wer gerne mit Backmatten backen m├Âchte, braucht nat├╝rlich auch diese. Um den Teig ordentlich in die Matten zu verteilen, ist ein Silikonspatel sehr hilfreich.

Backmatte

Ein gro├čer Trend im Moment ist das Backen mit Backmatten. Eigentlich werden die Matten hier zweckentfremdet, gedacht sind diese, um beispielsweise Pommes Frites, H├Ąhnchen etc im Ofen m├Âglichst fettarm zuzubereiten. Man legt die Matte unter, sodass das Fett ablaufen kann. Dreht man die Matten allerdings um, hat diese kleine Noppen, die man mit Teig f├╝llen kann.
Die Matten gibt es in verschiedenen Ausf├╝hrungen, am h├Ąufigsten sieht man die Pyramiden- und die Kugelmatte. Verwenden lassen sich auch hitzebest├Ąndige Pralinenformen. Es gibt mittlerweile die verschiedensten Silikonformen, die sich perfekt f├╝r Hundekekse verwenden lassen.

Haltbarkeit

Da wir keine Konservierungsstoffe benutzen, gibt es ein paar Tricks, die man beachten sollte, um dennoch eine lange Haltbarkeit zu gew├Ąhrleisten. Prinzipiell gilt, je trockener die Leckerlis desto l├Ąnger halten sie sich. W├╝rde man die Leckerlis nach dem Backen luftdicht lagern, m├╝sste man bereits nach zwei oder drei Tagen mit Schimmel rechnen. Grund daf├╝r ist die noch vorhandene Feuchtigkeit, die in einer luftdichten Dose nicht entweichen k├Ânnte. Damit wir nicht alle zwei Tage neu backen m├╝ssen, ist es wichtig, die Leckerlis nach dem backen zu trocknen. Hierf├╝r gibt es mehrere Optionen. Am einfachsten ist es, die Leckerlis in einer flachen Schale oder noch auf dem Backblech ├╝ber mehrere Stunden auf die Heizung zu stellen. Ich selbst lasse die Leckerlis immer im Ofen nachtrocknen. Daf├╝r stellt man den Ofen auf eine Temperatur zwischen 50 und 100 Grad, klemmt einen Holzl├Âffel (oder etwas ├ähnliches) in die Ofent├╝r, damit die Feuchtigkeit entweichen kann und l├Ąsst die Kekse richtig trocken werden. Eine stromsparende Alternative dazu w├Ąre die Anschaffung eines D├Ârrautomaten.
Beachtet man dies, k├Ânnen die Kekse problemlos ├╝ber Wochen oder sogar Monate halten ohne zu schimmeln. Wer in sehr gro├čen Mengen backen m├Âchte, kann einen Teil aber auch einfrieren.

Lagerung

Auch bei der Lagerung gilt es, die Entwicklung von Feuchtigkeit zu vermeiden. Dosen, die luftdicht abschlie├čen sind daher nicht zu empfehlen, es sei denn man l├Ąsst den Deckel offen oder legt ihn nur leicht auf. Alternativ k├Ânnte man auf die typischen Keksdosen aus Blech zur├╝ckgreifen, die es mit verschiedensten Motiven gibt- da findet sich bestimmt auch das passende mit Hundemotiv ´üŐ
Ebenfalls m├Âglich w├Ąre eine Lagerung in Stoffs├Ąckchen.

Der Test ÔÇô Rezepte

Vorbereitung

Nat├╝rlich braucht man zuallererst ein Rezept. Es gibt zwar auch Backb├╝cher speziell f├╝r Hundekekse, aber ich habe festgestellt, dass man auch online Unmengen an verschiedenen Rezepten findet, sodass man zum ersten Testen kein Buch ben├Âtigt. Wenn man einmal ein Gef├╝hl f├╝r die Zusammenstellung der Zutaten bekommen hat, braucht man irgendwann gar keine Rezepte mehr, sondern kann sich selbst welche zusammenstellen.
Um kein riesen Chaos in meiner K├╝che zu produzieren, bereite ich f├╝r jedes Rezept eine Sch├╝ssel vor, in die ich schon vorab alle Zutaten packe. Dann kann man die Zutaten schon wieder in den K├╝hlschrank oder K├╝chenschrank r├Ąumen und hat nicht zu viel auf der Arbeitsfl├Ąche rumstehen. Dann ├╝berlege ich, welches Rezept in welcher Matte ich backen m├Âchten (K├Ąse- Kekse eignen sich zum Beispiel besonders gut f├╝r die Kugelmatten) und sortiere mir die Matten entsprechend. Da sicherlich nicht jeder dem Trend folgen m├Âchte, habe ich auch ein Rezept getestet, dass ohne Backmatte funktioniert.
Die folgenden Rezepte habe ich nicht eins zu eins ├╝bernommen, sondern mir eine Vielzahl unterschiedlicher Rezepte angeschaut und so abgewandelt, dass es f├╝r meine Hunde gut passt. Alle Zutaten sind im g├Ąngigen Supermarkt gekauft.

Rezepte

Parmesan- Gouda

Zutaten:
70g Gouda
50g Parmesan
3 Eier

Bei diesem Rezept handelt es sich ÔÇô zumindest meiner┬á┬á┬á┬á Erfahrung nach ÔÇô um das geling sicherste und einfachste. Man kann auch nur eine K├Ąsesorte verwenden, allerdings finde ich, so wird die Konsistenz am besten. Die Zutaten werden in einem R├╝hrgef├Ą├č solange p├╝riert, bis ein glatter cremiger Teig einsteht, die Konsistenz sollte der von Pfannkuchenteig ├Ąhneln. Dann einfach ├╝ber die Backmatte gie├čen und mit dem Silikonspatel in die Vertiefungen verteilen. Beachtet, dass ihr den Teig gut abstreift, da die Kekse sonst aneinanderh├Ąngen.

Der Teig reicht genau f├╝r eine Kugelmatte.
Ich backe dann bei 180 Grad Ober- Unterhitze ca 25 Minuten, das kann aber je nach Ofen etwas variieren. Nach dem Backen fallen die kleinen Kugeln fast von alleine aus der Matte.

Thunfisch- Spinat

Zutaten:
65g Reismehl
35g Buchweizenmehl
1 Dose Thunfisch
1 Becher k├Ârniger Frischk├Ąse
Ca 3 EL Wasser

Ich habe in diesem Test das erste Mal mit Spinat gebacken, weil ich gerne gr├╝ne Leckerlis haben wollte. Dazu habe ich TK Baby- Spinat benutzt. Ich musste allerdings feststellen, dass mein P├╝rierstab mit den Spinatbl├Ąttern ├╝berfordert war und dieses sich im Messer verklemmt haben. In der K├╝chenmaschine lie├č der Teig sich dann problemlos p├╝rieren, man sollte das aber bedenken, falls man keine st├Ąrkere Alternative zum P├╝rierstab besitzt. Ansonsten werden auch hier alle Zutaten p├╝riert, bis ein glatter Teig entsteht. Da ich kein Freund von angebrochenen Packungen bin und die Dose Thunfisch beziehungsweise den Frischk├Ąse komplett verwendet habe, reicht die Menge f├╝r ca 2,5 Kugelmatten oder 1 Kugelmatte und eine Knochenmatte. Man kann aber auch jeweils die H├Ąlfte der Zutaten verwenden, um nicht so viel Teig zu erhalten. Auch hier den Teig in die Matten f├╝llen und gut abstreichen.
Die Backzeit betr├Ągt ebenfalls ca 25 Minuten bei 180 Grad Ober- Unterhitze.

Banane- Kokos

Zutaten:
1 reife Banane
70g Kokosraspel
3 Scheiben rote Beete + Saft nach Bedarf
2 Eier

Auch hier werden die Zutaten p├╝riert. Durch die Kokosflocken entsteht allerdings kein glatter Teig, nicht mal meine K├╝chenmaschine hat es geschafft, diese fein zu p├╝rieren. Die Leckerlis werden dann etwas grober, was dem Geschmack aber keinen Abbruch tut. Wer lieber einen cremigen Teig m├Âchte, kann statt Flocken Kokosmehl verwenden. Die rote Beete macht den Teig sch├Ân pink.
Die Menge ergibt ca eine Pyramidenmatte plus die kleine Herzchenmatte. Gebacken wird ca 25 Minuten bei 180 Grad Ober- Unterhitze.

Leberwurst

Zutaten:
30g gepuffter Amaranth
50g Hirseflocken
80g Leberwurst
80g Joghurt
1 Ei

Da ich dieses Rezept ausgesucht habe, um es ohne Backmatte zu backen, habe ich hier die Zutaten nur verr├╝hrt, um einen m├Âglichst festen Teig zu erhalten. Falls der Teig zu fl├╝ssig ist, gibt man einfach etwas Amaranth oder Hirse dazu bis man die gew├╝nschte Konsistenz erreicht hat. Der Teig ist optimal, wenn er ungef├Ąhr die Konsistenz von Pl├Ątzchenteig zum Ausstechen hat. Stimmt die Konsistenz, muss man den Teig nur auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen ÔÇô hierzu eignet sich ein normaler L├Âffel sehr gut ÔÇô und gleichm├Ą├čig ca┬á5 – 10 mm dick┬áausstreichen.

Der Teig reicht ungef├Ąhr f├╝r ein halbes Backblech und wird ca 25-30 Minuten bei 180 Grad Ober- Unterhitze gebacken. Nach dem Backen zerschneidet man den Teig in beliebig gro├če St├╝cke.

Fazit

Von den vier Rezepten, die ich hier f├╝r Euch getestet habe, ist zum Gl├╝ck keines misslungen. Meine Favoriten w├Ąren definitiv die K├Ąsekekse und die Leberwurstkekse. Meinen Hunden schmecken zwar alle, aber die Leberwurstkekse kamen am besten an- wohl auch wegen des doch recht intensiven Geruchs.
Insgesamt habe ich f├╝r die vier Rezepte circa drei Stunden gebraucht inclusive Backen. Zugegeben im Zoohandel kurz ins Regal greifen geht schneller, macht aber weniger Spa├č. Wer gerne backt, wird sicher die Vorteile der selbst gemachten Hundekekse zu sch├Ątzen wissen und auch Backmuffel finden zum Beispiel mit den sehr einfachen und schnellen Parmesan- Gouda- Keksen das geeignete Rezept.
Die Hunde werden begeistert sein- meine zwei waren von der K├╝chent├╝r (w├Ąhrend des Backens herrscht K├╝chenverbot) gar nicht wegzubekommen und haben jeden Handgriff genauestens beobachtet. Ich kann jedem nur empfehlen, einen Testlauf zu starten

Rating: 5.0. From 3 votes.
Please wait...

Comments

comments

Share.

About Author

Seit fast drei Jahren bereichert Emma, ein rum├Ąnischer Mischling, unser Leben. Um das Chaos perfekt zu machen, kam vor einem Jahr noch Lexy, ebenfalls eine Rum├Ąnin, in unsere Familie. Die beiden sorgen jeden Tag f├╝r gute Stimmung und sind einfach zauberhafte Wegbegleiter, die einen ordentlich fordern und ab und an auch dazu zwingen, sich intensiv mit Themen wie Besch├Ąftigung, Ern├Ąhrung und Erziehung auseinander zu setzen :)

>