Entwurmung beim Hund

    Die Entwurmung bei unseren geliebten Vierbeinern ist ein stark diskutiertes Thema, mit vielen verschiedenen Meinungen und AnsÀtzen.

    Fast jeder Hundehalter, hatte schon einmal mit Wurmbefall bei seinem Haustier zu kĂ€mpfen. Besonders hĂ€ufig sind die Hunde betroffen, die bei SpaziergĂ€ngen viel Unrat aufnehmen, oder viel in Kontakt mit anderen Hunden stehen. Auch einige Moskitos und Flöhe sind ÜbertrĂ€ger von z.B. BandwĂŒrmern.

    Hunde können verschiedene Symptome zeigen, die auf einen solchen Befall hinweisen. Beim folgenden Gang zum Tierarzt, bekommt der Hund dann meist eine Entwurmungstablette verabreicht. Doch ist solch eine „Chemikalienbombe“ wirklich die einzige Möglichkeit seinem Hund zu helfen?

    Welche Symptome können beim Hund bei Wurmbefall auftreten?

    Oftmals bleiben leichte bis mittelgradige Wurminfektionen beim Hund unbemerkt, da der Hund keinerlei Symptome zeigt. Erst bei starkem Wurmbefall kann sich dieser durch Erbrechen, Durchfall, Juckreiz um den Anus („Schlittenfahren“) und in seltenen FĂ€llen, durch einen aufgeblĂ€hten Bauch darstellen. Auch kann ein Gewichtsverlust eintreten und der Hund apathisch wirken. Selten kann das Fell an Glanz verlieren. Spezielle WĂŒrmer wie z.B. HakenwĂŒrmer können bei einem starken Befall, auch eine Blutarmut hervorrufen.

    Da Symptome, wenn ĂŒberhaupt, erst bei einem weit fortgeschrittenen Wurmbefall auftreten, kann der eigene Hund lange Zeit unbemerkt als ein Infektionsherd fĂŒr andere Tiere und auch Menschen dienen, da einige WĂŒrmer nicht nur den Hund, sondern auch andere Tiere und Menschen befallen.

    Umso wichtiger ist es, sich eingehend mit dem Thema Entwurmung beim Hund zu befassen.

    Entwurmung des Hundes mit Tabletten 

    Entwurmungstabletten gibt es von vielen verschiedenen Herstellern, die Teils ein unterschiedliches Wirkungsspektrum abdecken. Die Kosten belaufen sich auf um die 10 Euro pro Tablette. Je nach Hersteller und Gewicht des Tieres, benötigt man jedoch mehrere Tabletten. Eins haben Sie jedoch alle gemeinsam, sie töten die Parasiten im Darm des Hundes ab, beispielsweise mithilfe der Wirkstoffes Milbemycinoxim und Praziquantel (Wirkstoffe in MilbemaxŸ).

    Welche Wirkstoffe enthĂ€lt die Entwurmungstablette fĂŒr den Hund ?

    Milbemycinoxim wird aus dem Strahlenpilz Streptomyces hygroscopius var. Aureolacrimosus gewonnen und fĂŒhrt bei Milben und FadenwĂŒrmern zu einer Erschlaffung der Muskulatur und somit zu deren Tod. Andere eingesetzte Stoffe, haben Ă€hnliche Wirkweisen auf andere Wurmgattungen. Praziquantel als Beispiel, fĂŒhrt bei Saug- und BandwĂŒrmern zu einer sofortigen Verkrampfung der Muskulatur, wodurch sie absterben und leichter aus dem Darm ausgeschieden werden können.

    Welche Nebenwirkungen können beim Hund nach Gabe der Entwurmungstablette auftreten?

    DarĂŒber, dass diese Symptome auch bei dem eigenen Vierbeiner auftreten können, muss man sich jedoch keine Sorgen machen. Die Wirkstoffe nutzen biochemische Mechanismen aus, die so, nur bei Milben und WĂŒrmern vorkommen. Oftmals beinhalten Entwurmungstabletten gleich mehrere Wirkstoffe, um ein möglichst breites Spektrum abzudecken. Somit ist eine einmalige Gabe der Tablette meist ausreichend, um alle im Moment der Tablettengabe im Darm befindlichen WĂŒrmer abzutöten. Dennoch kann es in seltenen FĂ€llen auch zu temporĂ€ren Nebenwirkungen wie Lethargie oder Durchfall kommen. In ganz seltenen FĂ€llen auch zu neurologischen AusfĂ€llen.

    Welche Nachteile haben Entwurmungstabletten fĂŒr den Hund ?

    Ein Punkt, den man nicht außer Acht lassen darf ist, dass der Wirkstoff in den Tabletten meist nach 24 Stunden komplett abgebaut ist und so der Hund keinen lĂ€ngerfristigen Schutz vor erneutem Wurmbefall hat. Die pharmazeutische Industrie bietet keine Entwurmungsmittel an, die eine prophylaktische Wirkung haben, was jedoch wĂŒnschenswert wĂ€re, um die Gabe solcher Entwurmungstabletten möglichst gering halten zu können, auch in Hinsicht auf mögliche Nebenwirkungen. Abhilfe findet man in der Naturheilkunde, hier gibt es mehrere Alternativen, die dem Hund unterstĂŒtzend verabreicht werden können.

    Wichtig bei einem akuten Wurmbefall ist jedoch, in RĂŒcksprache mit seinem Tierarzt, immer auf die konventionelle Entwurmungstablette zurĂŒckzugreifen, um FolgeschĂ€den fĂŒr Tier und Umfeld möglichst gering zu halten. Doch dazu spĂ€ter mehr.

    Um einen Verdacht auf einen Wurmbefall zu bestÀtigen, eignet sich eine Kotuntersuchung.

    Wie funktioniert eine Kotuntersuchung beim Hund ?

    Eine Kotuntersuchung sollte mindestens alle 3 Monate durchgefĂŒhrt werden. HierfĂŒr sammelt man den Kot des Hundes von 3 aufeinanderfolgenden Tagen, welcher dann vom Tierarzt oder einem parasitologischen Labor untersucht wird. Der Kot sollte an 3 Tagen gesammelt werden, um das Risiko, dass ein Wurmbefall unentdeckt bleibt, möglichst gering zu halten. Die Kosten fĂŒr eine Kotuntersuchung liegen etwa bei  15-25 Euro.

    Was sind die Meinungen der TierĂ€rzte bezĂŒglich Wurmkur beim Hund ?

    Auch die Meinung der TierÀrzte, geht bei dem Thema Entwurmung stark auseinander. Viele TierÀrzte raten zu einer strategischen Entwurmung, bei erwachsenen Hunden etwa 4 mal im Jahr und bei Junghunden sogar bis zu 12 mal im Jahr. Andere TierÀrzte sind jedoch der Meinung, dass der Gabe einer Entwurmungstablette eine eindeutige Indikation voran stehen sollte. Warum die Meinungen so stark auseinander gehen hat folgenden Grund:

    Das Problem der Kotuntersuchung

    Die verschiedenen Wurmgattungen durchlaufen unterschiedlich lange Entwicklungsphasen, von der Aufnahme als Ei bis hin zu dem Stadium, in dem Sie selber Eier abgeben. Diesen Zeitraum nennt man PrĂ€patenzzeit, nach diesem Zeitraum wird die Parasitose (der Befall) somit auch fĂŒr das Umfeld des Befallenen infektiös. Am besten lĂ€sst sich dieses Problem anhand eines Beispiels erklĂ€ren: Der Parasit Echinococcus multioccularis (Fuchsbandwurm), hat eine PrĂ€patenzzeit von 28-35 Tagen, scheidet also erst nach dieser Zeit Eier aus, die mittels Kotuntersuchungen nachweisbar sind. Deshalb könnte es sein, dass der Hund trotz einer negativen Kotuntersuchung mit einem Wurmbefall zu kĂ€mpfen hat, welcher bis zur nĂ€chsten Kotuntersuchung nicht bemerkt wird, da wie anfangs erwĂ€hnt, die Symptome eines Wurmbefalls oft nicht eindeutig sind und sich auch stark von Tier zu Tier unterscheiden können.

    Das Problem des strategischen Entwurmens

    Um diese Gefahr zu verringern, sind einige Ärzte fĂŒr ein strategisches Entwurmen, wobei auch hier bei einer prĂ€ventiven Gabe von Entwurmungstabletten alle 3 Monate beim erwachsenen Hund, nicht sichergestellt werden kann, dass der Hund sich zwischen den Verabreichungen nicht trotzdem mit WĂŒrmern infiziert hat. Wenn man nun vom schlimmsten Fall ausgeht, dass der Hund sich einen Tag nach der letzten Verabreichung mit dem Fuchsbandwurm infiziert und dieser nach ca. 30 Tagen beginnt Eier zu legen, wird der Hund nach einem Monat ein Infektionsherd fĂŒr Mensch und Tier. Da die nĂ€chste Verabreichung dann frĂŒhestens in 2 Monaten stattfindet, geht in dieser Zeit insbesondere fĂŒr den Hundehalter eine hohe Infektionsgefahr vom eigenen Hund aus, sich mit einem fĂŒr den Menschen gefĂ€hrlichen Parasiten zu infizieren.

    Jedoch sollte man jetzt nicht gleich in Panik verfallen, da eine Infektion gerade mit dem Fuchsbandwurm in Deutschland sehr selten ist und hier in diesem Falle nur als Beispiel genutzt wurde. Auch kann nicht jeder Darmparasit vom Hund auf den Menschen ĂŒbertragen werden. Aufpassen muss man jedoch darauf, dass viele Parasiten, die beim Hund keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme hervorrufen, diese beim Menschen durchaus auslösen könnten.

    Fazit

    Leider gibt es keine Schritt fĂŒr Schritt Anleitung, wie man seinen Hund zu entwurmen hat. Womit und vor allem wie oft man seinen Hund entwurmen sollte, hĂ€ngt von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie viel Unrat der Hund aufnimmt, wie eng der Kontakt zwischen Mensch und Hund ist, ob Menschen mit geschwĂ€chtem Immunsystem mit im Haus leben (Kinder und alte Menschen) und noch vielem mehr. Auch sollte man BerĂŒcksichtigen, welche Parasiten in der Region endemisch sind.

    Auch regelmĂ€ĂŸige Kotuntersuchungen sind ratsam, um die Gefahr eines unentdeckten Wurmbefalls zu minimieren.

    Besonders wichtig ist es, vor der Gabe einer Entwurmungstablette mit dem Tierarzt des Vertrauens RĂŒcksprache zu halten, um mögliche Komplikationen zu minimieren.

    Am allerwichtigsten ist jedoch: Wenn der Hund mit WĂŒrmern befallen ist, bloß nicht die Nerven verlieren und besonnen an die Sache heran gehen. Dann findet man mit Sicherheit die fĂŒr sich und seinen Hund beste Methode mit diesem Problem umzugehen.

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