Die Wasserrute beim Hund – Cold Tail

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Was sich erstmal nicht nach einer Erkrankung anh√∂rt, sondern nach einem Angelutensil, ist f√ľr den Hund eine schmerzhafte Angelegenheit: die Wasserrute. Wie Du die Erkrankung bei Deinem Hund erkennst und wie du am besten reagierst, erf√§hrst du in diesem Artikel.

Was ist eine Wasserrute beim Hund?

In der Fachsprache hei√üt die Wasserrute ‚ÄěKokzygeale Myopathie‚Äú. Es handelt sich dabei um eine neurologische Erkrankung beim Hund, die allerdings noch nicht gut erforscht ist. Kokzygeal bedeutet ‚Äězum Stei√übein geh√∂rig‚Äú. Der letzte Abschnitt des R√ľckenmarkes wird als Kokzygealsegment bezeichnet. Dieser kokzygeale Bereich liegt beim Hund am Rutenansatz. Die Erkrankung ist eher selten, weshalb noch nicht viel dar√ľber bekannt ist.

Ursache und Ausl√∂ser f√ľr eine Wasserrute beim Hund

Die Erkrankung tritt h√§ufig nach dem Spielen oder dem Jagen in kaltem Wasser oder bei kalten und feuchten Wetterbedingungen auf. Das unterst√ľtzt die Theorie, dass es nicht an der Rasse selbst liegt, dass diese Hunde h√§ufiger erkranken, sondern an den Vorlieben oder Aufgaben. Ein Jagdhund muss auch bei K√§lte l√§nger verharren und dann sehr pl√∂tzlich und energisch losrennen. Dass ein Labrador oder ein Golden Retriever das Wasser liebt und dieses auch bei K√§lte nicht scheut, muss wohl nicht erw√§hnt werden. Die Ursache von der man zurzeit ausgeht, ist deshalb eine Durchblutungsst√∂rung der Schwanzmuskulatur, die die Muskulatur vor√ľbergehend sch√§digt. Der Rutenansatz ist kalt und/oder nass und deshalb schlecht durchblutet. Kommt es nun zu vermehrter Belastung, kann es zur Zerst√∂rung von Muskelzellen kommen. Andere Gr√ľnde, die noch diskutiert werden, ist eine Stauchung der oberen Schwanzwirbel, sowie eine Entz√ľndung zwischen den Wirbeln. Soweit die Theorie, wie es sich wirklich verh√§lt oder noch etwas anderes hinter der kokzygealen Myopathie steckt, muss noch genauer erforscht werden.

Symptome einer Wasserrute beim Hund

Der Schwanzansatz wird horizontal gehalten, w√§hrend der Rest des Schwanzes schlaff nach unten h√§ngt. Der Schwanzansatz ist dabei zumeist geschwollen und extrem ber√ľhrungsempfindlich. Das Blut gelangt nicht mehr in die Schwanzmuskulatur, weshalb diese scheinbar leblos herunterh√§ngt. Die betroffenen Hunde m√∂chte sich nicht hinsetzen oder springen. Teilweise nehmen die Hunde zur Schmerzentlastung den sogenannten ‚ÄěWelpensitz‚Äú ein. Dabei wird das Becken zur Seite gekippt und der Hund setzt sich auf die Seite einer Pobacke. Das Verhalten ist insgesamt sehr unruhig, die Hunde lecken oder knabbern am Rutenansatz, Kot- und Urinabsatz wird vermieden. Man kann also davon ausgehen, dass der Hund starke Schmerzen hat. Aufgrund der Schmerzen ist es nicht ungew√∂hnlich, dass leichte Aggressionen vom Hund ausgehen, wenn man ihn Anfassen will. Nach einigen Tagen heilt die Wasserrute wieder aus, die Wasserrute kann aber wiederholt auftreten.

Welche Hunderassen sind betroffen?

√úberdurchschnittlich oft betroffen scheinen die Rassen Labrador, Setter, Golden Retriever und Beagle sowie allgemein Jagdhunde zu sein. Dabei stellt sich die Frage, ob es wirklich eine Rassenpr√§disposition gibt oder ob nur die Nutzung der genannten Rassen die Erkrankung hervorruft. Die Hunde k√∂nnen bereits sehr jung (wenige Monate) bis zu ungef√§hr neun Jahren betroffen sein, wobei das Problem auch mehrfach auftreten kann. R√ľden erkranken h√§ufiger an der Wasserrute als H√ľndinnen.

Diagnose

Die Diagnose stellt der Tierarzt nach genauer Schilderung des Hundebesitzers, wann das Problem aufgetreten ist, aufgrund der Rutenhaltung und nach Ausschluss anderer Ursachen. Zudem kann eine Blutuntersuchung und eine Messung der Muskelaktivität (Elektro-Myographie) hinzukommen. Bei betroffenen Hunden ist die Creatinkinase (Muskelenzym) deutlich erhöht. Auszuschließen sind Frakturen sowie Nervenschädigungen oder auch ein Bandscheibenvorfall. Ein bildgebendes Verfahren wie zum Beispiel Röntgen oder ein MRT können deshalb zum Einsatz kommen, sind auch insofern hilfreich, dass langfristige Schäden durch eine falsche Diagnose vermieden werden können.

Behandlung und Therapiemöglichkeiten einer Wasserrute beim Hund :

Sollte der Hund bei einer Wasserrute Schmerzmittel bekommen ?

Die Therapie der Erkrankung beginnt aufgrund der gro√üen Schmerzen, die der Hund versp√ľrt, zun√§chst mit einem entz√ľndungshemmenden Schmerzmittel. W√§rme am Rutenansatz durch eine W√§rmelampe oder ein Kirschkernkissen kann dem Hund Entspannung verschaffen. Ganz wichtig ist, dass das Tier ein paar Tage geschont wird, damit die Erkrankung ausheilen kann. Physiotherapie kann helfen die volle Beweglichkeit des Rutenansatzes wiederherzustellen, da es passieren kann, dass eine untypische Schwanzhaltung zur√ľckbleibt. Der Tierarzt sollte bei den Symptomen einer Wasserrute defintiv aufgesucht werden, selbst wenn man denkt, man k√∂nne sie selbst behandeln. Es kann sich durchaus auch um eine andere, schwerere Erkrankung mit Langzeitfolgen handeln. Zudem birgt eine Selbstmedikation mit Schmerzmitteln Gefahren. Die Gabe von Schmerzmitteln sollte auf Grund der starken Schmerzen aber auf jeden Fall erfolgen.

So kannst du einer Wasserrute beim Hund vorbeugen :

Es ist sinnvoll und sollte selbstverst√§ndlich sein, dass Hunde die zur Jagd eingesetzt werden, gut trainiert werden. Das hei√üt: die Anstrengung sollte langsam nur gesteigert werden. Bei gut trainierten Hunden scheint es seltener zu einer kokzygealen Myopathie zu kommen. Bei kalten Temperaturen sollte der Hund nach dem Spielen, Spaziergang oder Jagen gut abgetrocknet werden und einen warmen Platz zur Verf√ľgung gestellt bekommen. Langes Verweilen in zu kleinen Transportboxen sollte vermieden werden.

Fazit

Bei der kokzygealen Myopathie, der Wasserrute, handelt es sich um eine f√ľr den Hund sehr schmerzhafte Erkrankung, die aber nach kurzer Zeit ohne weitere Sch√§den wieder ausheilt.¬† Man m√∂chte seinem Hund diese Erfahrung aber nat√ľrlich ersparen, weshalb es nicht schadet, die vorzubeugenden Ma√ünahmen einzuhalten. Sollte der Hund die beschriebenen Anzeichen zeigen, sollte definitiv ein Tierarzt aufgesucht werden, zum einen um andere Erkrankungen auszuschlie√üen und zum anderen zur Schmerzlinderung.

Rating: 5.0. From 2 votes.
Please wait...

Comments

comments

Share.

About Author

Meine beiden Begleiter heißen Frida, 5 Jahre alt, und Alfred, 2 Jahre alt. Beide sind mit dem Auslandstierschutz nach Deutschland gekommen und es war Liebe auf den ersten Blick. Seitdem sind wir ein unzertrennliches Team, zu dem noch Herrchen Philipp gehört.

>