Diabetes mellitus beim Hund

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FĂŒr die meisten Hundebesitzer ist es ein Schock zu erfahren dass ihr Vierbeiner an Diabetes mellitus, im Volksmund als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet, erkrankt ist. Sofort hat man Gedanken an das tĂ€gliche Messen des Blutzuckers, fiese Spritzen die man dem Hund auch noch selbst geben muss und unendliche Tierarztrechnungen im Kopf.

Wie man ĂŒberhaupt bemerkt dass der eigene Hund an Diabetes mellitus erkrankt sein könnte und warum die Diagnose keinen Weltuntergang bedeutet, erklĂ€ren wir euch in diesem Beitrag.

Was ist Diabetes mellitus beim Hund ?

Diabetes mellitus bedeutet ins Deutsche ĂŒbersetzt „honigsĂŒĂŸer Durchfluss“ und wurde so bezeichnet, da der Urin der Erkrankten durch den enthaltenen Zucker sehr sĂŒĂŸ ist.

Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Störung des Zuckerstoffwechsels da ein Problem mit dem in der BauchspeicheldrĂŒse gebildeten Hormon Insulin vorliegt. Insulin ist notwendig um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen wo dieser dann als Energie fĂŒr den Stoffwechsel zur VerfĂŒgung steht.

Beim Diabetes mellitus vom Typ 1 bildet die BauchspeicheldrĂŒse kein oder deutlich zu wenig Insulin. Bei Typ 2 sind die Zellen des Körpers, abgesehen von Gehirnzellen, nicht in der Lage das Insulin zu erkennen. In der Folge kommt es bei beiden Typen zu einer Mangelversorgung der Zellen mit Zucker aus dem Blut, was sich negativ auf den Energiehaushalt der Zelle auswirkt.

Bei unseren Hunden handelt es sich in der Regel um einen Diabetes mellitus Typ 1, ihnen steht also zu wenig oder gar kein Insulin zur VerfĂŒgung.

Welche Hunde bekommen Diabetes mellitus?

Meistens sind Hunde in der zweiten LebenshÀlfte, also ab etwa 7-8 Jahren betroffen. GrundsÀtzlich kann Diabetes mellitus aber zu jedem Zeitpunkt im Leben eines Hundes auftreten, also auch beim Welpen oder Junghund.

Genetischer Einfluss und vorbeugende Maßnahmen

Diabetes trifft bedingt durch hormonelle EinflĂŒsse geringfĂŒgig mehr weibliche als mĂ€nnliche Tiere, auch eine genetische Veranlagung kann bei einigen Rassen, wie etwa dem Samojeden, dem Zwergschnauzer und dem Pudel, nicht ausgeschlossen werden.

Symptome und Diagnostik der Diabetes mellitus beim Hund

Symptome und deren Ursachen

Die Symptome, die ein Hund mit bisher unerkanntem Diabetes mellitus zeigen kann, sind durch den krankhaft hohen Zuckerspiegel im Blut bedingt.

Wir als Hundebesitzer merken oft zuerst, dass unser Vierbeiner ungewöhnlich viel trinkt und entsprechend mehr raus muss. Teils mĂŒssen Hunde mehrfach nachts zum „pieseln“ gehen obwohl sie zuvor problemlos durchgehalten haben.

Dies geschieht, da die Nieren ab einem gewissen Blutzuckerspiegel nicht mehr in der Lage sind den Zucker im Blut zu halten und er in den Urin ĂŒbergeht. Da Zucker auf Wasser anziehend wirkt, wird zusĂ€tzlich mit dem Zucker auch mehr Wasser in den Urin geschleust. Folglich fehlt dem Hund Wasser, was er durch vermehrtes Trinken auszugleichen versucht.

Außerdem sind Hunde mit Diabetes mellitus stĂ€ndig hungrig – dieses Symptom ist allerdings allein kein dringender Hinweis auf Diabetes, da es viele Hunde gibt die sich bester Gesundheit erfreuen und trotzdem stĂ€ndig betrĂŒbt auf den leeren Napf starren in der Hoffnung, es möge ihn jemand fĂŒllen.

Hunde, die an Diabetes erkrankt sind, verlieren jedoch trotz der reichlichen Futteraufnahme zusehends an Gewicht. Dies beruht darauf dass den Zellen zu wenig Zucker zur VerfĂŒgung steht da dieser durch den Mangel an Insulin im Blut bleibt. Sie mĂŒssen die ihre fĂŒr StoffwechselvorgĂ€nge nötige Energie also auf andere Weise gewinnen – beispielsweise durch den Abbau von Muskulatur.

Generell gilt aber bei der Sorge, der eigene Hund könne an Diabetes mellitus leiden, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Tierarzt gehen, denn eine frĂŒhzeitige Diagnose und Therapie kann Folgeerkrankungen des Diabetes wie zum Beispiel Augenerkrankungen vorbeugen.

Zum Spezialartikel:   Die Kastration beim RĂŒden - Diese Vor- und Nachteile verbergen sich dahinter

Diabetes Diagnostik beim Hund :

Beim Tierarzt wird zunĂ€chst etwas Urin aufgefangen und auf Zucker untersucht. Dies kann direkt in der Praxis geschehen und gibt erste Hinweise, ob der Verdacht auf Diabetes mellitus begrĂŒndet ist. Eine sichere Diagnose sollte jedoch noch durch weitere Untersuchungen abgesichert werden. Hierzu wird dem Hund eine Blutprobe entnommen, welche unter anderem auf den erhöhten Blutzucker, einen Wert namens Fruktosamin (welcher beim Hund eine Art „GedĂ€chtnis“ des Blutzuckerwerts ist) und organspezifische Werte untersucht wird.

Der Tierarzt stellt dann nach Interpretation der von ihm erhobenen Befunde die Diagnose „Diabetes mellitus“ und bespricht mit dem Besitzer das weitere Vorgehen und die Therapie. Meist ist dies fĂŒr Besitzer erschreckend, einen chronisch kranken Hund zu haben, doch mit etwas Übung kann das Management des Diabetes problemlos durchgefĂŒhrt werden.

Die Diabetes Therapie des erkrankten Hundes

Die Therapie des Diabetes mellitus beim Hund setzt sich, wie beim Menschen ĂŒbrigens auch, aus mehreren Teilen zusammen. Ziel ist die AnnĂ€herung und Stabilisierung des Blutzuckers knapp oberhalb des Normalwerts. Erfahrungen haben gezeigt, dass dieses Management die besten Ergebnisse erzielt und der Hund sein Gewicht hĂ€lt, eine normale Wasseraufnahme zeigt und entsprechend normale Mengen Urin ausscheidet.

Der Tierarzt wird dem Hund ein speziell abgestimmtes Insulinschema verordnen, welches zuhause vom Besitzer gespritzt wird. Mit etwas Anleitung durch den Tierarzt ist dies schnell erlernt und stellt in der Regel kein Problem dar. Wichtig ist, dass das Insulin zur immer gleichen Tageszeit verabreicht und sich strikt an die Anweisungen des Tierarztes gehalten wird. Keinesfalls darf die Dosis eigenmÀchtig geÀndert werden, da der Hund dann in einen unter UmstÀnden lebensgefÀhrlichen Unterzucker geraten kann!

Nach ErlĂ€uterung durch den Tierarzt kann der Besitzer seinen Hund zuhause gut ĂŒberwachen, den Blutzuckerspiegel mit einfachen Mitteln kontrollieren und aufmerksam darauf achten ob sich die Symptome wie ĂŒbermĂ€ĂŸiges Trinken regulieren.

Falls der Hund vor der Diagnose ĂŒbergewichtig war, so wird mit Hilfe des Tierarztes eine Gewichtsreduktion angestrebt und die FĂŒtterung entsprechend angepasst. Ein Hund mit Diabetes mellitus darf jedoch niemals hungern (das ist, nebenbei bemerkt, auch fĂŒr gesunde Hunde keine adĂ€quate Methode zur Gewichtsabnahme) da auch hier in Kombination mit der Insulingabe ein Unterzucker droht.

Bei HĂŒndinnen kann durch die hormonelle Komponente unter UmstĂ€nden auch eine Kastration hilreich sein. Dies sollte jedoch individuell mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden.

ErnÀhrung des Hundes nach der Diagnose Diabetes mellitus :

Die FĂŒtterung des Hundes mit Diabetes mellitus spielt beim Therapieerfolg eine zentrale Rolle. Um einen gleichmĂ€ĂŸigen Blutzuckerspiegel zu gewĂ€hrleisten sollte der Hund meist zwei Mal tĂ€glich gefĂŒttert werden und zwischendurch keine „Leckerlis“ erhalten.

Das Futter des Hundes sollte rohfaserreich und gegebenenfalls auch etwas kalorienreduziert sein.

Es stehen diverse Fertigfuttermittel zur VerfĂŒgung die an den Bedarf eines diabetischen Hundes angepasst sind und in Absprache mit dem Tierarzt verfĂŒttert werden können.

Ideal ist jedoch das Einstellen der DiĂ€t individuell auf den Vierbeiner. Dies kann durch eigene Zusammenstellung des Futters, wie es etwa bei der artgerechten RohfĂŒtterung der Fall ist gelingen und dadurch den Therapieerfolg und folglich die langfristige Gesundheit des Hundes extrem beeinflussen. Es bietet sich bei einem an Diabetes erkrankten Hund an den ErnĂ€hrungsplan gemeinsam mit einer Fachperson zu erstellen und zu ĂŒberwachen. Das kann beispielsweise der Tierarzt selbst oder eine entsprechend fortgebildete tiermedizinische Fachangestellte leisten.

Fazit

Was erst einmal viel klingt – Blutzuckermessungen, Spritzen geben, Futter umstellen – ist eigentlich nur anfangs gewöhnungsbedĂŒrftig und, zugegebenermaßen, auch nicht ganz umsonst. Wenn aber die Einstellung des Hundes und die Beratung durch den Tierarzt nach der Erstdiagnose erfolgt sind belaufen sich die Folgekosten auf einen vergleichsweise geringen Betrag, Und das Hundehaltung und gerade die Gesunderhaltung des Tieres nicht immer kostenlos sind versteht sich von selbst.

Bei der Diagnose Diabetes mellitus beim eigenen Vierbeiner muss man also keine Panik bekommen, denn am Ende ist es eine mit einfachen Methoden gut beherrschbare Erkrankung bei welcher der Hundebesitzer beispielsweise ĂŒber die ErnĂ€hrung und gute Zusammenarbeit mit dem Tierarzt einen entscheidenden Einfluss nehmen kann auf den Erfolg der Therapie.

Zum Spezialartikel:   Von Sinn und Unsinn - Hunde richtig impfen!

 

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Mein ganzes Leben schon begleiten mich Hunde und ich kann mir nicht vorstellen, dass es mal anders sein könnte. Mein treuer Begleiter heißt Bo, ist ein Bretonischer Vorstehhund und inzwischen 12 Jahre alt. Er kam als 3-jĂ€hriger Wildfang ins Tierheim und mischt seit seinem Einzug bei mir vor bald 8 Jahren mein Leben ordentlich auf.