Dein Hund will sich nicht streicheln lassen – Diese Fehler solltest Du vermeiden

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Menschen holen sich seit Jahrhunderten Hunde ins Haus, um mit ihnen zu leben und sich an ihnen zu erfreuen. Nicht umsonst werden besonders die kleinen Hunde als „Schoßhunde“ bezeichnet, hatten sie doch schon früher bei den betuchteren Damen der Gesellschaft, die Funktion des Begleithundes und teilweise sogar als „Bettwärmer“.

So ist es nur natürlich, dass auch wir in der heutigen Zeit einen Hund halten möchten, mit dem wir neben den Outdoor-Aktivitäten, auch gemütliche Kuschelabende vor dem Fernseher abhalten können. Aber nicht alle Hunde mögen es von Natur aus gerne gestreichelt werden. Manchmal merkt man das erst, wenn der Hund bereits eingezogen ist. Dann sollte die Ursache für das Hundeverhalten gesucht werden, denn darauf bauen die Lösungsansätze auf.

Das menschliche Bedürfnis zum Streicheln

Jeder Hundebesitzer wird das kennen: Wenn der Hund angelaufen kommt, dann zuckt es automatisch im Arm und wir streicheln unser Tier. Manchmal tun wir das sogar unbewusst, nämlich dann, wenn wir zum Beispiel am Schreibtisch sitzen und der Hund zufällig vorbei läuft. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass das Streicheln von weichem Fell uns Menschen innerlich beruhigt. Außerdem drücken wir unsere Zuneigung dadurch aus. Wir wollen dem Tier durch die Berührung signalisieren, dass es Vertrauen zu uns haben kann und wir ihm nichts böses wollen.

Das hündische Bedürfnis zum gestreichelt-werden

Bei Hunden untereinander, gibt es diese Form der Zuneigung nicht. Es kommt kein Hund zum anderen Hund und streicht ihm mit seiner Pfote über den Kopf. Es gibt zwar das Pfoten-auf-die-Schulter-legen bei Artgenossen, aber diese Geste hat eine andere Bedeutung – nämlich das Dominieren in einer bestimmten Situation.
Wenn Hunde sich in einem Rudel gut verstehen, dann drücken sie oftmals ein Zusammengehörigkeitsgefühl aus:

  • sie markieren über die Lösestellen der anderen Hunde
  • Kontaktliegen
  • beim nebeneinanderlaufen, berühren sich kurz die seitlichen Schnauzen der Hunde

Ursachen, wenn ein Hund sich nicht streicheln lassen will

Lässt ein Hund sich nicht gerne vom Menschen streicheln, liegt die Ursache fast immer darin begründet, dass der Hund kein Vertrauen zum Menschen hat.

Fehlende Prägung auf den Menschen in der Welpenzeit bis zur 8. Woche

Beim Züchter

Welpen verbleiben mindestens bis zur 8. Woche beim Züchter. Dieser hat die verantwortungsvolle Aufgabe, den Welpen frühzeitig auf den Menschen zu prägen und auf seine Zukunft als Begleiter vorzubereiten. Dazu gehört auch, dass ab der 3. oder 4. Woche andere Menschen, außer dem Züchter (Kinder und Erwachsene) Kontakt zum Welpen aufnehmen. Dieser Kontakt sollte langsam, positiv aufgebaut werden, so dass die kleinen Hunde merken, dass der streichelnde Mensch, etwas ganz normales in der zukünftigen Hundewelt sein wird.
Wer einen Welpen vom Züchter kaufen möchte, sollte deshalb so früh wie möglich, den Welpen regelmäßig besuchen. So weiß man, wie der Hund in der ersten Zeit aufgewachsen ist.

Auslandshunde

Wer einen Hund aus dem Ausland adoptieren möchte, hat diese Chance nicht. Nur in ganz wenigen Fällen, ist etwas über das Vorleben dieser Hunde bekannt. Außerdem dürfen Welpen erst nach einer kompletten Erstimpfung in Deutschland einreisen. Das früheste Einreisealter liegt daher bei 3 Monaten und 3 Wochen (1. Tollwutimpfung mit 3 Monaten und danach eine „Wartezeit“ von 21 Tagen). In diesen fast 4 Monaten, kann sehr viel in der kleinen Hundewelt passiert sein, die natürlich auch eine Fehlprägung auf den Menschen beinhalten kann.
Reine Straßenhunde, bringen ihre Welpen oft abseits der Zivilisation zur Welt. Menschen spielen dann bei der Aufzucht gar keine Rolle. Im schlimmsten Fall, wird die kleine Hundefamilie immer wieder aus den Verstecken verjagt, oder mit Fangstange bzw. Fangnetzen eingefangen. Da ist es dann kein Wunder, dass diese Hunde traumatisiert sind und kein Vertrauen zu Menschen haben.

Schlechte Erfahrungen mit den Menschen in der Junghundezeit

Wie bei Menschen, sind die ersten Lebensmonate von Hunden, auch prägend für das weitere Leben. Die schlechten Erfahrungen werden lange Zeit nicht vergessen.

Vertrauensverlust in der ersten Zeit nach der Adoption

Nach der Adoption eines Hundes, ist es wichtig, dass man das Vertrauen des Hundes erlangt. Hund und Halter müssen sich erst einmal kennenlernen. Dabei ist das Wichtigste, dass der Hund lernt, seinen Halter einzuschätzen. Ein unberechenbarer Besitzer, der nicht klar in seinem Verhalten und womöglich auch aversive Trainingsmethoden einsetzt, schafft kein Vertrauen, sondern nur Angst und Vermeidungsverhalten. Das äußert sich in erster Linie darin, dass vom Hund kein Körperkontakt zugelassen wird.

Auf der Straße im Ausland

Leider ist es so, dass Straßenhunde in Süd- und Osteuropa zunehmend eingefangen werden und wahllos in Tierheime oder sogar Tötungsstationen gesteckt werden. In diesen Ländern, hat der Hund nicht den Stellenwert, den er bei uns Deutschen hat. Die Hundefänger gehen nicht zimperlich mit den Tieren um. Die wenigen Tierschützer vor Ort, die sich liebevoll um diese Hunde kümmern, können die Fehlprägung und das Misstrauen, welches durch durch das Jagen und Einfangen entstanden sind, wieder gut machen. Hat man einen solchen Hund adoptiert, erfordert es viel Geduld und Ruhe, bis das Vertrauen des Hundes in den Menschen wieder hergestellt ist. Aber nichts ist unmöglich.

Übernahmehunde mit unklarer Vergangenheit

Auch im deutschen Tierschutz, gibt es immer wieder Abgabehunde, deren Vergangenheit oder Fehlprägung verschleiert wird. Der offizielle Abgabegrund lautet oft „keine Zeit mehr“ oder „Hundehaarallergie“, aber die wahren Gründe können ganz andere sein.
Oft ist es so, dass kleine Welpen angeschafft werden, die zu Anfang verhätschelt wurden, dann aber „plötzlich“ groß und stark geworden sind, so dass keine Kontrolle mehr über den Hund ausgeübt werden kann. Dann wird meist mit Gewalt gearbeitet oder aversiven Hilfsmitteln und schon ist das Vertrauen des Hundes weg. Wenn er sich dann „nur nicht streicheln lässt“, ist das noch die harmlosere Variante.

Formen der Abneigung des Hundes

Hund lässt sich von niemandem anfassen

Wenn sich der Hund dauerhaft von niemandem anfassen lässt – also selbst von den Besitzern nicht – dann ist das wirklich die schlechteste Verhaltens-Variante. Der Hund scheint Menschen entweder nicht zu kennen oder hat so schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht, dass gar kein Vertrauen zu ihnen vorhanden ist. Entweder schnappt er den Menschen bei Begegnung ab oder er versteckt sich permanent unter dem Tisch oder hinter dem Sofa. Draußen ist der Hund fast nur im Fluchtmodus.
Hier muss wirklich an der Basis angefangen werden. Auf gar keinen Fall darf hier mit Druck beim neuen Verhaltensaufbau gearbeitet werden. Am besten ist es, dass der Hund von selbst Interesse am Menschen entwickelt und auf ihn zugeht.
Bei dieser Verhaltensänderung, sollte sehr viel Zeit und Geduld seitens des Besitzers eingeplant werden.

Hund lässt sich nur von Fremden nicht streicheln

Zwischen Hund und Besitzer gibt es nur wenige Probleme, aber bei fremden Menschen verändert der Hund sein Verhalten und lässt sich nicht anfassen. Er knurrt und/oder schnappt die fremde Person ab. Leider ist es heutzutage so, dass viele Menschen einen fremden Hund sehen und ihn einfach so ungefragt streicheln. Vor allem, wenn ein Hund dabei noch niedlich und „lieb“ guckt, kommen die wenigsten Menscchen darauf, dass der Hund nicht angefasst werden möchte. Nachdem der Hund dann aggressiv reagierte, ist das Geschrei groß. Nicht selten werden anschließend der Hund als „bissig“ und der Halter als „verantwortungslos“ verteufelt.
Dabei ist es in der Natur ein normales Verhalten – sowohl beim Menschen als auch in der Tierwelt. Jedes Lebewesen hat eine eigene Individualdistanz, die ohne Vertrauen nicht unterschritten werden darf. Hier ist der Besitzer gefragt: Bietet euren Hunden Schutz vor Eindringlingen in die Individualdistanz. Führt eure Hunde in solchen Situationen hinter oder neben euch und stellt euch immer zwischen den Hund und der „Gefahr“. Nur so kann euer Hund lernen, dass ihr ihn in allen Situationen beschützt und er keine Überfälle zu erwarten hat.
Wenn ihr neue Freunde in eure Wohnung einladet, gilt das gleiche: Sagt ihnen, dass sie erst einmal euren Hund ignorieren sollen – so lange, bis er von selbst Interesse an dem neuen Besuch zeigt.

Hund lässt sich nur in bestimmten Situationen nicht streicheln

Eine andere Situation ist es, wenn sich der Hund in normalen, entspannten Situationen anfassen lässt, aber nicht in bestimmten Situationen, in denen der Hund sehr aufgeregt ist.
Beispiele sind

  • beim Fressen (besonders bei einem Fleischknochen),
  • Artgenossenbegegnung mit dem Erzfeind an der Leine,
  • beim Buddeln am Mäuseloch,
  • beim Hundesport während der konzentrierten Arbeit (Agility oder Mantrailung oder…)

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, aber allen Situationen ist gemein, dass der Hund entweder sehr aufgeregt oder sehr angespannt ist. Das ist in etwa vergleichbar, wenn wir Menschen sehr konzentriert am PC arbeiten oder einen sehr spannenden Film anschauen – in diesen Situationen empfinden wir es auch als sehr störend, wenn wir dann plötzlich berührt werden.
In diesen Fällen sollte vorrangig daran gearbeitet werden, dass der Hund erst gar nicht in dieses hohe Erregungslevel kommt.

Hund lässt sich plötzlich nicht mehr anfassen – vorher war alles ok

Wenn lange Zeit mit dem Hund ein entspanntes Zusammenleben mit gegenseitiger Berührung stattfand, aber plötzlich der Hund nicht mehr gestreichelt werden will, dann ist mit großer Wahrscheinlichkeit irgendetwas vorgefallen.
Zu allererst sollte daher ein Tierarzt aufgesucht werden, ob der Hund krank ist oder Schmerzen hat. Das wäre bei so einer Verhaltensweise das naheliegenste.
Weiterhin sollte intensiv darüber nachgedacht werden, ob irgendeine Situation oder auch Veränderung in den Lebensumständen dazu beigetragen hat, dass sich der Hund plötzlich anders verhält. Warum ist plötzlich das Vertrauen zu seinem Besitzer weg? Irgendetwas MUSS vorgefallen sein.

Abhilfe schaffen

Der einfachste und schnellste Weg, dass sich der Hund wieder (gerne) streicheln lässt, ist der Aufbau des Vertrauens. Das gilt sowohl für den Menschen als auch für das Tier. Der Hund muss lernen, dass Streicheln angenehm ist und der Mensch muss unter anderem auch darauf vertrauen, dass der Hund bei Berührung nicht schnappt oder ähnliches.

Vertrauen zum Hund herstellen

Die wichtigste Voraussetzung für den Aufbau des Vertrauens ist eine entspannte Atmosphäre und das Bewusstsein, dass Gewalt oder Zwangskuscheln absolut fehl am Platz sind. Dabei sollte sich der Hund am Anfang in einem geschlossenen Raum (oder Zwinger im Tierheim) befinden, so dass die Möglichkeit der Flucht nicht gegeben ist.

Gehe langsam, aber bestimmt in den Raum, in dem sich der Hund befindet. Nähere dich dann dem Hund auch langsam, aber ohne ihm direkt in die Augen zu schauen. Tue so, als wenn du etwas anderes ganz wichtiges in dem Raum zu tun hast. Dadurch signalisierst du dem Hund, dass du einen Plan hast, der aber nichts mit ihm zu tun hast. Hunde schließen sich grundsätzlich eher einem Mensch/Tier an, der weiß, was er tut.

Setze dich dann in Nähe des Hundes auf den Boden und warte einfach ab, was passiert. Dadurch, dass du sitzt, wirkst du auf den Hund viel weniger bedrohlich. Besser wäre es sogar noch, wenn du dich auf den Bauch legen würdest.

Wenn der Hund dann immer noch kein Interesse an dir zeigt, dann solltest du dich interessant machen. Das geht natürlich am schnellsten mit gut riechenden Leckerchen. Werfe bzw. rolle dem Hund ein Leckerchen zu, so dass es beim Hund zum Liegen kommt. Wenn der Hund es gefressen hat, rolle das nächste Leckerchen mit einem geringeren Abstand zu dir. Das machst du solange, bis der Hund in deine Nähe gekommen ist. Fasse ihn aber in diesem Stadium noch auf keinen Fall an, sondern stehe auf und gehe einfach weg. Nur so fühlt sich der Hund nicht bedrängt und hat das Gefühl, dass er „freiwillig“ zu dir gekommen ist.

Anstelle von Leckerchen kann natürlich auch ein Spielzeug benutzt werden. Hier bietet sich eine Art „Reizangel“ an. Das Beuteteil befindet sich dabei an einer Schnur oder Gummi und kann so von dir kontrolliert werden.
Der Sinn hinter diesen Übungen besteht darin, dass der Hund seinen Fokus auf andere Sinne (Nase, Fressen, Beute) setzt und dadurch „vergisst“, dass er ja eigentlich keinen nahen Kontakt mit seinem Menschen möchte.

Nach ein paar Übungen kann das Leckerchen oder das Spielzeug so eingesetzt werden, dass der Hund den Menschen berühren muss, um an das begehrte Teil zu kommen. Beim Leckerchen ist es dann das Füttern aus der Hand und beim Beutespiel ein Streifen oder Anspringen an den Menschen.

Irgendwann kann dann das Streichen mit der Hand über den Körper des Hundes wie zufällig passieren. Dabei solltest du den Hund genau beobachten, wie er reagiert und gegebenenfalls wieder einen Schritt der Übung zurück gehen.

Auf die eigene Körpersprache und die des Hundes achten

Schaue bei allen Aktionen immer genau die Reaktion deines Hundes an und vergewissere dich, dass deine eigene Körpersprache keine Bedrohung für deinen Hund darstellt.

Die Körpersprache des Hundehalters

  • Beuge dich nicht komplett über deinen Hund – das wirkt für viele Hunde bedrohlich. Mache dir einmal bewusst, wieviele Hundehöhen du tatsächlich größer bist. Hocke dich einfach neben ihm hin.
  • Achte auf deine Ausstrahlung: Schaue deinen Hund einfach verliebt an und sage ihm das auch. Deine Ausstrahlung wird sanfter werden und vom Hund auch genau so aufgenommen.
  • Berühre deinen Hund nicht oben auf dem Kopf, das ist tatsächlich vielen Hunden unangenehm. Besser ist es, wenn du langsam seine Brust nach unten abstreichst. Viele Hunde mögen es auch, wenn sie sanft die Schnauze in die offene Hand legen können und mit den Fingern seitlich der Schnauze berührt werden.
  • Das Streicheln selbst sollte zuerst nur eine ganz leichte Berührung ohne Druck sein. Je nach Hund kann es auch ausreichen, nur die Fellspitzen zu berühren, bis er sich an das Streicheln gewöhnt hat.
  • Grundsätzlich gilt, dass langsame und sanfte Streichungen über eine längere Hautstrecke vom Hund positiver aufgenommen werden, als ein heftiges kurzes „Klopfen“ auf einer Körperstelle.

Die Körpersprache beim Hund

  • Achte auf die Rute vom Hund: Ist sie ganz unter dem Bauch verschwunden, hat der Hund Angst und empfindet die Situation als unangenehm. Er sollte nicht zu lange dieser Situation ausgesetzt werden.
  • Ist die Rute steil nach oben gerichtet und fletscht er vielleicht auch noch die Zähne, dann ist Vorsicht geboten: er könnte die streichelnde Hand wegschnappen wollen.
  • Darum gilt: Beschäftige dich allgemein sehr inteniv mit der Körpersprache des Hundes, denn nicht nur die Rute oder die Ohren oder das Maul sind ausschlaggebend, sondern das Zusammenspiel aller Körpersignale.

Hausleine richtig anwenden

Grundsätzlich halte ich nicht viel von Hilfsmitteln in der Hundeerziehung, aber eine Hausleine ist für Hunde, die man nicht genau kennt oder einschätzen kann, von großem Vorteil. Die Hausleine muss dabei gar keine richtige Leine sein, sondern ein Seil bzw. Wäscheleine von 5 Meter Länge reicht vollkommen aus. Die Hausleine sollte am Geschirr des Hundes befestigt werden und zuhause permanent am Tier bleiben. Das hat den Vorteil, dass man immer Zugriff auf den Hund bekommt ohne ihn direkt anfassen zu müssen. Hat sich beispielsweise das scheue Tier hinter dem Sofa versteckt, kann es mit der Hausleine einfach weggeführt werden.

Auch um eine Annäherung an einen Hund, der sich nicht streicheln lassen will, zu bekommen, ist eine Hausleine sehr nützlich. Dabei ist es wichtig, dass die Leine nur festgehalten wird und auf keinen Fall der Hund damit zum Besitzer gezogen wird! Geht der Hund einen oder mehrere Schritte auf den Besitzer zu, so wird an der Leine nur nachgegriffen. Der Hund soll keine Möglichkeit bekommen, wieder Schritte vom Besitzer weg zu machen. Die Schritte zum Besitzer hin sollen freiwillig gemacht werden, aber ein Rückzug wird nicht erlaubt.

Für diese Übung ist Geduld gefordert und wird nur klappen, wenn der Besitzer ruhig und ausgeglichen ist.

Alternative Lobformen für den Hund suchen

In nahezu jeder Hundeschule wird gelehrt, dass der Hund gelobt werden soll, wenn er eine Übung richtig gemacht hat. Meistens soll der Hund dann gestreichelt werden. Was aber tun, wenn eben dieser Hund das Streicheln nicht gerne mag? Wird der Hund dann trotzdem gestreichelt, dann ist es für ihn alles andere als Lob.

Also müssen andere Lobformen gesucht werden. Ist der Hund verfressen, ist es relativ einfach, ihn nach einer toll ausgeführten Übung mit einem Leckerchen zu belohnen.
Hat der Hund einen hohen Spieltrieb, kann auch ein Zerrspiel oder der Wurf des Balles belohnend sein.
Oft reicht es aber auch, seinem Hund mit einem freundlichen Blick und einer verbalen leisen Bestätigung zum Weitermachen zu animieren.
Wie eingangs schon erwähnt: Hunde untereinander streicheln sich auch nicht und geben sich auch keine Leckerchen. Entweder starten sie eine kurze Spieleinheit, stupsen kurz die Schnauzen aneinander oder animieren sich mit Blicken.

Wenn also Streicheln beim Hund als Lob nicht ankommt, dann sucht eine andere Form der Bestätigung.

Situation einfach eine Zeit lang akzeptieren

Mit Gewalt kann weder beim Menschen noch bei Tieren eine Form der Zuneigung eingefordert werden. Bei einem Hund, der sich partout nicht streicheln lassen will, sollte folgendes einmal ausprobiert werden:

Legt euren Fokus einmal auf andere schöne Dinge, die ihr mit eurem Hund tun könnt. Vergesst das „Anfassen wollen“ einmal für eine Weile. Geht mit eurem Hund lange draußen spazieren, versteckt Leckerchen unter Baumwurzeln oder Astlöchern und lasst ihn suchen, strahlt euren Hund aus der Ferne an und freut euch einfach nur, dass er bereit ist, das Leben mit euch zu teilen.

Ist der Zwang zum Anfassen erst einmal weg, so ist es keine Seltenheit, dass euer Hund von selbst nach einer gewissen Zeit eure Nähe sucht. Einen Versuch ist das doch wert, oder?

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Ich bin ehrenamtliche Pflegestelle für gerettete Hunde aus Rumänien. Bei mir leben neben meinen drei eigenen Hunden meistens immer noch 1 - 2 Pflegehunde, bis sie vermittelt werden. Mein größtes Hobby und auch meine Berufung ist das Beobachten meines Hunderudels. Besonders durch meine 12 Jahre alte Schäferhündin (Chefin im Rudel) habe ich sehr viel lernen können, wie die Kommunikation unter Hunden funktioniert.

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