Clickertraining für Hunde

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

„Frauchen wiegt mein Futter ab… halleluja gleich geht’s los. Aber Moment, sie läuft nicht zum Napf sondern setzt sich auf die Couch. Ich fixiere sie gespannt mit meinem Blick, was soll das? … Wo bleibt mein Futter? Und dann sagt sie die Worte… jene Worte, die meinen Puls auf 180 Schläge pro Minute schnellen lasse: „Schmiddi, zeig was!“ Ohja, ich weiß was das bedeutet. Ich bin erst mal so aufgeregt, ich dreh mich erst mal wild im Kreis. Oh man oh man… was will sie wohl von mir? Was soll ich machen?“

Was ich da mit Schmiddi mache, nennt sich „freies Klickern“. Wir sind über unsere Hundeschule zu diesem Vergnügen gekommen. Hier wurde ein Workshop an einem Sonntagnachmittag angeboten welcher versprach, dass man den Hund mit 10 Minuten Klicker-Training so müde machen kann, wie bei einem 45-minütigen Spaziergang. Na das muss ich mir ansehen. Es braucht nicht viele Dinge fürs freie Klicker: lediglich einen Klicker, den man bereits für ein paar Euro im Internet kaufen kann – und Leckerlies, die für den Hund etwas besonderes sind und die möglichst klein sind, da der Hund im Laufe des Trainings viele davon fressen wird.

Du benötigst nur einen Klicker und Leckerlies

Zunächst einmal muss der Hund aufs Klickern konditioniert werden. Das dauert meist nur wenige Minuten. Jedes „Klick“ bedeutet ein Leckerli. Immer! Man beginnt also einmal zu Klicken und dem Hund dann ein Leckerli auf den Boden zu werfen. Nicht weit weg, sondern einfach vor die Füße. Dies wiederholt man so lange, bis der Hund nach dem Klick direkt vor sich auf den Boden blickt, weil er das Leckerli schon erwartet. Das ist das Zeichen, dass der Hund das Klick-Geräusch mit der Gabe eines Leckerlis verbunden hat. Es kann losgehen!

Freies Klicken vs. Trick-Klicken

Im Unterschied zum „Trick-Klickern“ gibt man dem Hund beim freien Klickern keinerlei Hilfestellung. Man verrät ihm also weder durch Worte noch durch Gesten was man von ihm will. Der Hund muss durch seine Taten selbst herausfinden, was das ist. Zu Beginn sollte man dem Hund kleine Ziele setzen. z.B. zum Boden oder nach rechts oder links blicken. Jede kleine Bewegung in die erwünschte Richtung wird durch einen Klick bestätigt und dann natürlich auch belohnt. Denn jeder Klick bedeutet ein Leckerli. Immer. Sobald der Hund das Prinzip verstanden hat, kann man sich etwas schwierigere Aufgaben überlegen – z.B. ins Körbchen gehen, ein Spielzeug bringen etc.

Wichtig dabei ist, dass man nicht darauf hofft, dass der Hund auf Anhieb versteht was er machen soll, woher soll er es auch wissen, sondern dass man das Ziel in viele kleine Teil-Ziele unterteilt. Blick in die richtige Richtung – Klick – Drehung in die richtige Richtung – Klick – ein paar Schritte in die richtige Richtung laufen – Klick usw.

In der Ruhe liegt die Kraft

Während diesen Schritten muss der Hund die ganze Zeit überlegen, was Du von ihm willst und was er tun muss um an das nächste Leckerli zu kommen. Das macht ihn seeeehr müde 🙂 Ich klicker mit Schmiddi in der Regel 5-10 Minuten und danach ist er oft richtig geschafft.

Schmiddi: „Ok Moment ich dreh mich erstmal 10 mal im Kreis… aber das will sie nicht, ist klar. Gut… lass mich nachdenken, ich renn erstmal jede Ecke ab, die in Frage kommen könnte. Hier nach rechts? Nein? Ok, dann nach links, nach da hinten in die Ecke… Nein? Gut, vielleicht hier drüben… oh ja – Klick! Ich stürme vor Frauchens Füße und hol mir mein Leckerli ab. Mmmhh lecker. Also Moment, wo war nochmal die richtige Richtung… hier lang glaub ich…. was soll ich hier machen? Evtl. hier dran schnufern? Nein? Ah da liegt mein Stofftier „Piggy“ … soll ich da hin gehen? Klick! … ohja Fressi!…

Mir selbst macht das Klickern auch unheimlich Spaß. Schmiddi ist sogar so heiß drauf, dass ich gar keine extra tollen Leckerlis brauche, sondern oft einfach seine ganz normale Essensration klicker. Ich sag die magischen Worte – die beim Klickern immer gleich sein sollten um das Spiel zu starten – und Schmiddi dreht schon durch. Manchmal, wenn er nicht gleich umreißt, was ich von ihm will, geht es förmlich mit ihm durch. Dann versucht er auf die Couch zu springen und das Futter zu klauen 🙂

Wichtig ist, dass während der ganzen Klicker-Zeit kein „nein“ fällt. Ich schiebe Schmiddi einfach wortlos weg und zeige ihm so, dass das nicht das ist, was ich von ihm möchte 🙂 Am besten ist es, wenn während dem Klickern gar kein Wort mit dem Hund gewechselt wird. Ich starte lediglich mit den Worten „Schmiddi, zeig was!“ und beende das Ganze mit dem gequietschen Wort „Jackpot!“. Dann bekommt er den ganzen Rest auf einmal zu fressen. Wichtig ist, dass ihr entscheidet wann Ende ist und nicht der Hund. Wenn ihr merkt, dass er nicht mehr aufmerksam bei der Sache ist, beendet das Klickern bei der letzten richtigen Sache die er macht. Auch wenn das nur eine kleine Bewegung in die richtige Richtung ist.

Am besten sollte während dem Klickern gar kein Wort mit dem Hund gewechselt werden

Zu Beginn kann es gut passieren, dass der Hund einfach nur vor Euch sitzt und Euch verwundert und abwartend anstarrt. Er weiß immerhin gar nicht, was ihr nun von ihm wollt. Gerade, wenn ihr zu den Hundebesitzern gehört, die viel mit ihrem Hund reden, wird diese Stille ganz ungewohnt für ihn/sie sein. Aber glaubt mir eins: Klickern stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund ungemein. Und es macht soooo viel Freude. Für Hund und Mensch.

Viel Spaß dabei wünschen Euch Eure Schmiddi und Nicole.

Rating: 5. From 10 votes.
Please wait...

Comments

comments

Zum Spezialartikel:   Kastration beim Rüden - ja oder nein?
Share.

About Author

Nicole & Mops Schmidt “Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos”. Ich kann mir ein Leben ohne meinen Schmiddi in der Tat nicht mehr vorstellen. Für mich ist er etwas ganz Besonderes. Er ist smart, verspielt, verschmust aber irgendwie ständig auf Vollgas. Mein kleiner Kumpel, immer an meiner Seite und immer für mich da.

>