Blutohr beim Hund

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Das Blutohr, auch Othämatom genannt, ist ein Bluterguss beim Hund, der sich zwischen der Ohrmuschelhaut und dem Ohrmuschel befindet. Wir sagen, was das Othämatom ist, wie es entsteht und wie Du es bei Deinem Vierbeiner erfolgreich behandelst.

Was ist ein Blutohr beim Hund ?

Dein Hund kratzt sich am Ohr, winselt oder hält den Kopf in Schieflage? Dann solltest Du einen Blick in seine Ohren werfen. Denn es besteht die Möglichkeit, dass sich an der Innenseite der Ohrmuschel ein schmerzhafter Bluterguss, ein sogenanntes Othämatom, entwickelt hat. Je nachdem, wie groß der Bluterguss ist, erkennst Du ihn an einer Schwellung, die gerötet ist, oder sich leicht ertasten lässt. Aber Vorsicht: Die Stelle wird Deinen Vierbeiner schmerzen. Sei also sehr vorsichtig!

Hunderassen, die herabhängende Ohren haben, sind meistens eher betroffen als Hunde mit stehenden Ohren. Das ist im Grunde auch nur logisch. Denn in dem weniger belüfteten Ohr können sich Infektionen besser ausbreiten. Was aber geschieht genau bei einem solchen Othämatom? Zunächst reißt die Ohrmuschel ein. Aus den winzigen Gefäßen, die in der Muschel verlaufen, tritt Blut aus, dass sich zwischen Knorpel und Ohrmuschel ansammelt.

Hat der vom Blutohr betroffene Hund Schmerzen?

Hunde zeigen uns sehr genau, wenn es ihnen nicht gut geht. Allerdings zeigen sie ihr Unwohlsein auf etwas unterschiedliche Art und Weise. Die Vermutung, dass es sich um ein Blutohr handeln könnte, liegt nahe, wenn Dein Vierbeiner seinen Kopf häufig schüttelt und sich kratzt, als wenn er einen Fremdkörper im Ohr haben würde. Aber auch die Schieflage des Kopfes kann darauf hindeuten, dass etwas mit dem Ohr nicht in Ordnung ist. Falls Du eine Schwellung am Innenohr erkennen kannst, die ihn auch noch bei Kontakt schmerzt, solltest Du zum Tierarzt und die Stelle abklären lassen.

Manche Hunde haben übrigens ein Othämatom und zeigen keine offensichtlichen Schmerzen oder Beeinträchtigungen. In dem Fall könntest Du noch ein paar Tage abwarten und schauen, ob der Bluterguss von alleine verschwindet. Andere Vierbeiner stört der Bluterguss so sehr, dass sie nicht einmal fressen oder Gassi gehen wollen.

Ursache eines Blutohrs beim Hund

Wie aber macht sich ein Blutohr überhaupt bemerkbar? Die Ursachen dafür können recht vielfältig sein.

  • Bisswunde oder Stoßverletzung: Manchmal sind die Ursachen ganz profan. Hat Dein Hund vielleicht in letzter Zeit mit einem Artgenossen gespielt und wurde beim Herumtollen verletzt? Vielleicht wurde er ja auch am Ohr gebissen, ohne dass Du etwas bemerkt hast. Oder vielleicht hat er sich aber auch beim Herumrennen an einem Strauch oder tief am Boden liegenden Ast verletzt.
  • Vorausgehende Ohrinfektion: Eine mögliche Ursache ist eine vorherige Infektion des Ohres. Wenn es die Hunde dann juckt oder schmerzt, neigen sie dazu, sich am Ohr zu kratzen oder häufig mit dem Kopf zu schütteln. Durch den so entstehenden Druck können Blutäderchen platzen und an der Ohrinnenseite eine schmerzhafte Schwellung entstehen. Denn das Gewebe dort ist recht empfindlich.
  • Autoimmunerkrankung: Das Othämatom steht im Verdacht, Folge einer Autoimmunerkrankung zu sein, bei dem das Immunsystem fälschlicherweise das körpereigene Gewebe bekämpft. Bewiesen ist das bislang jedoch nicht.
Zum Spezialartikel:   Mein Hund und das Alleinsein – Über zwei Extreme

Was kann man als Besitzer tun, wenn der  Hund ein Blutohr hat?

Ein Blutohr lässt sich in aller Regel gut mit dem Auge und durch das Tasten erkennen. Es zeichnet sich durch eine Rötung und Schwellung aus, die immer weiter wächst und sich mit dem Finger leicht eindrücken lässt. Mit dem Auge lässt sich das Othämatom bei Hunden mit hellem Fell besser erkennen als bei dunklen Hunderassen.

Hast Du eine solche Schwellung erkannt, solltest Du mit Deiner Fellnase am besten zum Tierarzt. Denn der kümmert sich um eine ärztliche Diagnose und kann eine geeignete Therapie einleiten, so dass es nicht zu größeren Problemen kommt. Denn durch ein solches Othämatom können je nach Größe durchaus Verformungen der Ohrmuschel sowie Narben entstehen. Darüber hinaus kann der Tierarzt feststellen, ob Dein Vierbeiner tatsächlich an einem Blutohr leidet oder er eine andere Störung im Blutbild zeigt. Dazu wird im Zweifel eine Probe für das Labor entnommen und das Blut dort untersucht.

Behandlung und Therapie eines Blutohrs beim Hund – Fragen und Antworten

Für die Behandlung eines Othämatom gibt es verschiedene Behandlungsansätze, die Dein Tierarzt mit Dir besprechen wird.

Muss das Blutohr beim Hund vom Tierarzt punktiert werden?

Häufig wird der Tierarzt vorschlagen, dass er die betroffene Stelle punktiert, um den Druck aus der Stelle zu nehmen. Das geschieht, indem er mit einer Spritze das Hämatom leert. Weil sich der Erguss recht zügig wieder füllt, kann es sein, dass die Punktion mehrfach wiederholt werden muss oder der Tierarzt alternativ eine kleine Drainage legt, wo das Wundsekret durch einen Plastikschlauch in einen Beutel abgeführt wird. Ein Verband am Ohr fixiert dann die Drainage.

Wenn der Hund sich immer wieder an der Stelle mit der Kralle kratzt, solltet Ihr nach Möglichkeit einen Halskragen anlegen. Das sieht zwar nicht schön aus und ärgert den Vierbeiner umso mehr. Aber so habt Ihr eine Möglichkeit, dass der Bluterguss zur Ruhe kommt, kein Schmutz ins Ohr kommt und sich das Gewebe erholen kann.

Verabreicht der Tierarzt Cortison bei einem Blutohr beim Hund?

Kortison kann helfen, die Entzündung zum Abklingen zu bringen. Dazu spritzt der Tierarzt manchmal ein wenig Kortison in den zuvor punktierten Bluterguss. Orale Medikamente wie Schmerzmittel sind eine weitere Möglichkeit, die dem Arzt bei der Behandlung zur Verfügung steht. Ist die Grunderkrankung eine andere, muss diese mit weiteren Medikamenten wie Antibiotika behandelt werden.

Muss eine Operation erfolgen, wenn der Hund ein Blutohr hat?

Der Bluterguss kann auch im Rahmen einer kleineren Operation entfernt werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn sich das Othämatom immer wieder an der gleichen Stelle entwickelt. Dazu öffnet der Tierarzt den Bluterguss mit einem kleinen Schnitt unter Vollnarkose, fenstert den Ohrknorpel wenn nötig, massiert ihn sorgfältig aus und vernäht die Wunde wieder. Alternativ lässt sich die Haut auch mit einer Hautstanze fenstern. Regelmäßiger Verbandswechsel und Halskragen sind Pflicht. Nach 10 bis 14 Tagen werden die Nähte entfernt.

Sollte man das Blutohr beim Hund tapen?

Es kann nötig sein, dass der Tierarzt ein oder beide Ohren über dem Kopf zusammenbindet. Auf diese Weise kann sich der Hund durch das permanente Kopfschütteln nicht immer wieder neu verletzen. Auch beim Legen einer Drainage mit Schlauch durch den Tierarzt muss das Ohr mit Hilfe eines Druckverbands befestigt werden.

Wie hoch sind die Kosten für eine Blutohr Behandlung beim Hund?

Wie teuer die Behandlung eines Blutohrs ist, lässt sich nur individuell beantworten, denn es kommt in erster Linie darauf an, welche Maßnahmen notwendig sind und wie lange die Behandlung dauert – Tierarztkontrollen inklusive. Wenn Du Dir wegen der Kosten unsicher bist, sprich vor dem Beginn der Therapie mit Deinem Arzt über die verschiedenen Möglichkeiten und die damit verbundenen Kosten.

Alternative Behandlungsmethoden bei einem Blutohr beim Hund

 

Zum Spezialartikel:   DCM - Dilatative Kardiomyopathie

Dürfen Blutegel zur Behandlung eines Blutohrs beim Hund eingesetzt werden?

Blutegel-Therapien sind in der Humanmedizin schon lange bekannt. Auch in der Tiermedizin wird der Weg von einigen Praxen mittlerweile gegangen.Der Egel sieht dunkelgrün aus und hat drei braungelbe Längsstreifen auf dem Rücken. An jedem Ende befindet sich jeweils ein Saugnapf – der vordere stellt zusammen mit drei Kiefern und 80 Kalkzähnen den Mund dar.

Blutegel, die in der Medizin eingesetzt werden, kommen übrigens nicht aus natürlichen Gewässern, sondern wurden speziell für diesen Zweck gezüchtet. In ihrem Speichel befinden sich verschiedene wirksame Substanzen, die beim Ansaugen an die Haut in die Wunde abgesondert werden. Das Aussaugen der Wunde führt zusätzlich zum Ausschwemmen der Giftstoffe – die Heilung kann beginnen.

Wie gefährlich ist es, wenn man ein Blutohr beim Hund nicht behandelt ?

Fakt ist: Die meisten Hund haben bei einem Blutohr große Schmerzen und das Ohr wird zunehmend bewegungsunfähig. Deswegen ist eine Behandlung in den meisten Fällen angeraten, auch wenn dies am Ende immer auf den einzelnen Hund ankommt. Unbehandelt oder ohne OP konservativ behandelt kann es beim Vierbeiner zu Deformierungen der Ohrmuschel, dem sogenannten Blumenkohlohr kommen. Der Gehörgang wird durch ein Blumenkohlohr ebenfalls oft eingeengt. Das Entstehen von Ohrenentzündungen wird so erneut begünstigt – ein Teufelkreis entsteht.

Wie kann ich vorbeugen?

Was bei uns Menschen gilt, ist auch für den Hund wichtig: Eine ausgewogene Körperpflege minimiert das Risiko solcher Probleme wie das Blutohr. Kontrolliere am besten regelmäßig die Ohren Deiner Fellnase, vor allem, wenn er zu einer Rasse mit herabhängenden Ohren gehört.

Im Grunde reicht es, wenn Du immer mal wieder ins Ohr Deines Hundes schaust. Dazu musst Du das Ohr etwas nach außen umklappen, was den Vierbeinern meistens nicht so richtig lieb ist. Sieh das Ohr gut aus und riecht es auch gut? Gerötete oder geschwollene Stellen und schlechter Geruch deuten meistens darauf hin, dass ein Problem vorliegt. Säubern lässt sich die Ohrmuschel, indem Du mit einem weichen Tuch darüberfährst. Bitte aber nicht in den Gehörgang hineingelangen, denn Du könntest Deinen Vierbeiner verletzen.

In aller Regel schaut auch der Tierarzt im Rahmen von Impfungen oder anderen Kontrollen Deinem Hund ins Ohr. Dazu stehen ihm verschiedene medizinische Geräte zur Verfügung.

Fazit

Das Blutohr ist eine für den Hund unangenehme und zuweilen schmerzhafte Erkrankung. Zum Glück lässt sich diese mit Hilfe verschiedener Therapieansätze aber gut heilen. Punktionen, örtliche und orale Medikamente und eine OP im schlimmsten Fall helfen, die Krankheit schnell und ohne langfristige Einschränkungen zu heilen.

Rating: 5. From 10 votes.
Please wait...

Comments

comments

Share.

About Author

Sam und ich sind seit mittlerweile drei Jahren ein festes Team. Zum ersten Mal haben wir uns in einem örtlichen Tierheim getroffen, das ich immer mal wieder besuchte, um dort mit Hunden spazieren zu gehen. Nach einer Runde durch die Wiesen und Wälder war es um uns beide geschehen und wir konnten nicht mehr ohne einander. Seitdem lebt Sam, ein Labradormischling und 10 Jahre alt, bei uns: Immer auf der Suche nach jemanden, der ihm zu essen gibt. Immer auf der Suche nach einem Fußball, den er mit seinen Zähnen bearbeiten könnte. Immer auf der Suche nach Stöckchen, die er aus dem Wald mit nach Haus bringen könnte. Übrigens: Wenn Ihr sehen möchtet, wie Sam so lebt, besucht doch einfach mal seinen Instagram-Account unter @SamOrlik! Wir freuen uns über Besucher.