Barf im Urlaub – Wir haben die Tipps für Barfer unterwegs

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Viele von uns kennen es: Man hat sich ins Thema Barf richtig gut eingefuchst, hat mittlerweile Routine im portionieren, Innereien meistern wir mit Bravour und dem Hund schmeckt es ausgezeichnet. Nun wollen viele von uns natürlich die wertvolle Freizeit mit den Vierbeinern gestalten und auch den Urlaub gemeinsam verbringen. Spätestens beim Koffer packen fällt uns aber auf, dass doch etwas mehr Organisation notwendig ist, als zu Fertigfutter- Zeiten. Zugegeben, mit etwas mehr Aufwand als eine Tüte Trockenfutter oder ein paar Dosen ins Auto zu packen, muss man rechnen.

Um Euch die Vorbereitung und Planung etwas zu vereinfachen, habe ich im folgenden Artikel einige Tipps zum Barfen im Urlaub zusammengestellt.

Allgemeine Überlegungen

Mit dem Hund in den Urlaub?

Für mich selbst, stellt sich diese Frage meist nicht, da wir die Zeit im Urlaub immer gerne nutzen, um uns intensiv mit unseren Hunden zu beschäftigen. Wir möchten viel Zeit mit den beiden verbringen, da das im Alltag manchmal etwas zu kurz kommt. Allerdings ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass auch mal wieder eine Flugreise geplant wird und die Hunde für diese Zeit bei Familie oder Freunden übernachten. Auch hier würde ich Wert darauf legen, dass das gewohnte Futter weiter gefüttert wird, aber natürlich kann man nicht erwarten, dass sich die Urlaubsvertretung erst ins Thema Barf einarbeitet. In dem Fall, lassen sich die Portionen für den Hund prima vorbereiten, einfrieren und müssen dann von der Urlaubsbetreuung nur noch aufgetaut und verfüttert werden.

Mein Artikel soll jedoch vor allem denjenigen helfen, die mit ihrem Hund Urlaub machen und weiter barfen wollen. Daher bleibt es bei diesem kleinen Exkurs in die Urlaubsbetreuung ????

Barf oder Fertigfutter für den Hund auf der Reise

Natürlich wäre es prinzipiell logistisch am unkompliziertesten für die Urlaubszeit einfach wieder auf Fertigfutter umzustellen. Sinnvollerweise auf jenes, welches der Hund vor der Umstellung auf Barf bekommen und gut vertragen hat. Einige Barfer handhaben es sicherlich auch so und wenn der Hund keine Probleme mit der Verdauung bekommt, mag es auch für den ein oder anderen eine Option sein. Da ich aber zwei eher magensensible Hunde habe, wäre dies für mich nur im allergrößten Notfall eine Alternative. Tatsächlich habe ich aber bei jedem Urlaub ein paar „Notfalldosen“ dabei, falls die sorgfältig zurecht gelegten Pläne doch nicht hundertprozentig aufgehen. Das ist bisher glücklicherweise nur einmal passiert, da der örtliche kleine Supermarkt am Samstagabend so gut wie kein Fleisch mehr im Angebot hatte. Die Dosen haben uns in dem Falle vor langen Gesichtern und leeren Näpfen bewahrt.

Prinzipiell ist es erfahrungsgemäß, der Anspruch der meisten Barfer, auch im Urlaub weiter frisch und ausgewogen zu füttern, sodass man die Mühe der Organisation und Planung gerne auf sich nimmt.

So verreist Du am besten mit Barf im Gepäck

Die Optionen auch im Urlaub weiter zu barfen werden schon weniger, wenn man nicht die Möglichkeit hat mit dem Auto zu verreisen. Aber auch wer beispielsweise auf Bus und Bahn angewiesen ist, muss nicht zwingend auf Fertigfutter zurückgreifen. Zum Beispiel lassen sich vorbereitete Portionen für einen Wochenendausflug in eine Kühltasche packen. Allerdings dürfte es bei einem zweiwöchigen Urlaub schon sehr schwer werden, zumal man ja vermutlich auch noch Näpfe, Leinen, Kissen -und eventuell sogar eigene Sachen- dabei hat, die transportiert werden müssen.

Da man in diesem Falle darauf angewiesen ist, vor Ort alles einzukaufen, empfiehlt es sich bereits vor Anreise sehr gut zu recherchieren, welche Einkaufsmöglichkeiten einem im Urlaubsort zur Verfügung stehen.

Barf und Hundefreundliche Unterkünfte

Wer mit Hund verreist, sollte sich natürlich auch gut überlegen, welche Unterkünfte sich hierfür eignen. Entscheidet man sich für ein Hotel oder eine Pension, bietet es sich an, vorab dort nachzufragen, ob es vielleicht eine Minibar oder sogar einen Kühlschrank im Zimmer gibt, in dem man das Fleisch lagern kann. Gibt es dies nicht, wird es schon etwas schwieriger, aber natürlich nicht unmöglich. Auf jeden Fall ist es eine Überlegung wert sich eine Kühlbox anzuschaffen, in der sich gefrorenes Fleisch ein paar Tage lagern lässt. In Kombination mit der Kühlbox sind Kühlakkus praktisch, die immer wieder eingefroren werden können. Es lohnt sich auch hierfür mal im Hotel nachzufragen, ob man die Kühlakkus zwischendurch zum Einfrieren dort abgeben kann. Sicher gibt es einige Hotels, die dies auch Kulanz gerne machen. Das Fleisch einzufrieren wird den meisten Hotels aus Hygienegründen vermutlich eher nicht möglich sein.

Mein absoluter Favorit, wenn es um die Wahl der Unterkunft geht, sind Ferienwohnungen oder Ferienhäuser. Wenn letzteres sogar noch umzäunt ist- ein Traum! Da Ferienhäuser und –wohnungen auf Selbstversorger ausgelegt sind, habt ihr hier in den meisten Fällen eine vollausgestattete Küche, im Idealfall sogar mit Tiefkühlfächern. Hier lassen sich vorbereitete Portionen perfekt lagern. Damit man aber nicht mit 20 Portionen vor einem Tiefkühlfach steht, das nur 10 Portionen fasst, würde ich auch hier vor Anreise mal nach dem Fassungsvermögen des Tiefkühlers fragen. Dann weiß man genau wie viele Portionen mitgebracht werden können und für wie viele Tage dann noch vor Ort gesorgt werden muss.

Nun gibt es natürlich auch viele Anhänger des Campens und sicher findet sich auch da der ein oder andere Barfer. Prinzipiell ist es hier vermutlich am schwierigsten, Lebensmittel im Allgemeinen zu lagern. Aber: Wo ein Wille, da ein Weg! Eine Kühlbox eignet sich auch beim Campen und je nach Temperatur lässt sich das Fleisch auch 2-3 Tage lagern. Bedenkt bitte auch, dass Hunde Aasfresser sind und Muskelfleisch, dass für menschliche Nasen etwas riecht noch an den Hund verfüttert werden kann. Vorsicht aber bei Fisch oder Innereien, da diese schneller verderben. Falls ihr eingeschweißtes Fleisch dabei habt, schneidet die Verpackung zum Auftauen etwas ein, damit sich eventuelle Bakterien nicht vermehren können und verwendet kein Fleisch aus aufgeblähten Verpackungen.

So bereitest Du Dich auf Deinen Urlaub mit Hund vor

Das sollte beim Barfen nicht im Gepäck fehlen

Wer das Glück hatte, eine Unterkunft zu finden, die die Möglichkeit bietet, die kompletten Rationen einzufrieren oder bei kürzeren Urlauben zumindest kühl zu lagern, kann natürlich fast wie zuhause auch, das Fleisch sowie das Obst und Gemüse, vorbereiten, portionieren und mitnehmen. Eindeutiger Vorteil ist, dass ihr genau wisst, was ihr braucht und dies dann auch sicher dabei habt.

Bedacht werden muss allerdings, dass das Fleisch einigermaßen gefroren oder zumindest gut gekühlt am Urlaubsort ankommen sollte. Größere Mengen Fleisch bleiben im Auto auch über mehrere Stunden gefroren, wenn man diese zumindest in eine Kühltasche packt. Schwieriger wird es bei sehr weiten Fahrten und hoher Außentemperatur, eventuell lohnt sich da die Anschaffung einer Auto- Kühlbox.

Das Einkaufen vor Ort

Barf- Shops

In der Nähe größerer Städte stehen mittlerweile die Chancen nicht schlecht einen Barf Shop in der Nähe zu finden. Sehr hilfreich ist dies, wenn man gar keine Möglichkeit hat, Fleisch kühl zu lagern, aber auch, wenn man einfach nicht alles von zuhause mitschleppen möchte. Meist habt ihr hier auch die Möglichkeit, getrocknetes Gemüse zu kaufen, das ihr dann nur noch in Wasser einweichen müsst. Für den Urlaub ist das sehr praktisch, wenn man nicht unbedingt mit dem Pürierstab im Gepäck reisen möchte. Auch könnt ihr hier notfalls Öl und Seealge nachkaufen, falls ihr die vergessen habt. Es macht aber immer Sinn die benötigten Zusätze- je nach Hund können dies ja auch noch einige mehr sein- gleich mitzubringen, da sonst eventuell ein Teil verderben könnte, schließlich hat man dann jeweils zwei angebrochene Packungen von allem.

Supermarkt / Metzger

Hat man keine Möglichkeit Fleisch von zuhause mitzubringen und auch keinen Barf-Shop in der Nähe, bleibt in jedem Fall noch der Gang zum nächsten Supermarkt. Sicherlich wird man hier etwas tiefer in die Tasche greifen müssen, da es sich natürlich um Lebensmittel für den menschlichen Verzehr handelt, aber ihr findet im Supermarkt fast alles was es zum barfen braucht. Einzig die Zusätze solltet ihr von zuhause mitnehmen. Wer schon einmal im Supermarkt nach einem für den Hund geeigneten Öl gesucht hat, weiß wovon ich spreche. Lachsöl gehört eher selten zur Produktpalette, von Seealgenmehl ganz zu schweigen.

In jedem gängigen Supermarkt findet ihr beispielsweise:

  • Muskelfleisch (vor allem Rind, Huhn, Pute, Lamm, evtl. Kaninchen und Pferd)
  • Fett (Rinderfett, Gänseschmalz, notfalls auch Schweineschmalz, da dieses erhitzt ist)
  • Innereien (Leber, Herz)
  • Fisch
  • Rohe fleischige Knochen (Hühnerklein, Hähnchenflügel, -beine, -karkassen, Kalbsrippen)

Ihr seht also, einen Urlaub, der ja meistens nicht länger als zwei oder drei Wochen dauert, könnt ihr sehr gut überbrücken. Innereien, die ihr vor Ort nicht findet, könnt ihr nach dem Urlaub wieder ausgleichen. Wer auch das Obst und Gemüse frisch zubereiten will, kann sich natürlich auch damit gut eindecken.

Das einzige, das ihr im Supermarkt eher nicht findet werdet, ist Pansen- zumindest nicht den nahrhaften grünen Pansen. Dieser lässt sich aber gut durch 50 Prozent bindegewebsreiches Muskelfleisch und 50 Prozent Gemüse ersetzen. Dafür eignen sich zum Beispiel Hühnermägen, die ihr in jedem gut sortierten Supermarkt gleich bei Hühnerleber und -herzen findet.

Wenn alle Stricke reißen – Alternativen zum Barfen

Trockenbarf für den Hund

Ebenso wie getrocknetes Obst und Gemüse gibt es auch getrocknetes Fleisch, welches in Wasser aufgeweicht werden muss. Das gängigste Verfahren ist das Dörren unter erhöhter Temperatur, um so den Vorgang des Trocknens zu beschleunigen. Beachtet bitte, dass das Fleisch schonend getrocknet beziehungsweise gedörrt sein sollte, also nicht bei über 40 Grad, da sonst Nährstoffe verloren gehen könnten.

Eine andere Variante des Trocknens ist das Gefriertrocknen. Hierbei wird das Fleisch in gefrorenem Zustand unter Entzug von Luft schonend getrocknet. Da es bei diesem Verfahren nicht zum Erhitzen kommt, gehen kaum Nährstoffe verloren. Auch dieses wird mit Wasser übergossen und kurz eingeweicht. Da dieses Verfahren etwas aufwendiger ist, zahlt man auch etwas mehr.

Supplementieren müsst ihr das getrocknete Fleisch ebenso wie Rohfleisch, es bietet sich dabei an auch Obst und Gemüse in getrockneter Form zu kaufen. Auch empfiehlt sich schon vor dem Urlaub ein paar Mahlzeiten zu testen, um zu sehen wie der Hund es verträgt… und wer eine Mäkeltante zuhause sitzen hat- ob der Hund es überhaupt frisst.

Reinfleischdosen

Für alle, die gar keine Möglichkeiten haben, Fleisch entweder mitzubringen oder vor Ort einzukaufen, haben einige Barf- Shops (aber auch Fertigfutter- Anbieter) Fleisch in Dosen im Sortiment, dass wie rohes Fleisch auch supplementiert werden muss. Das geht zwar tendenziell auch wieder in Richtung Fertigfutter, allerdings habt ihr hier keine Zusätze im Futter, sondern könnt diese nach den Bedürfnissen eurer Hunde hinzufügen. Auch Obst und Gemüse wird noch dazu gegeben. Dies könnt ihr als Flocken dazu kaufen. Flocken von Lunderland findet ihr praktischerweise auch gleich bei Barf- Alarm.de.

Beachtet bitte, dass das Fleisch in den Dosen erhitzt ist und es bei sehr empfindlichen Hunden zu Problemen bei der Umstellung kommen kann. Wenn ihr also eine sensible Fellnase zuhause habt, beginnt am besten schon vor dem Urlaub mit einer schonenden Umstellung, um nicht gleich bei Ankunft mit Verdauungsbeschwerden kämpfen zu müssen. Die vielen neuen Eindrücke werden für euren Hund schon sehr aufregend sein- da soll er doch nicht mit Bauchschmerzen und Durchfall zu kämpfen haben.

Tipps und Tricks für Barfer im Urlaub

Mach Dir eine Check-Liste

Wer kennt es nicht: man sitzt im Auto, ist schon eine Stunde gefahren und plötzlich fällt einem ein, dass man die Zahnbürste, den Föhn oder sonst irgendetwas wichtiges vergessen hat. Wenn ihr mit Hund verreist, müsst ihr natürlich noch an einiges mehr denken. Was man so täglich alles braucht, merkt man erst, wenn man es nicht mehr zuhause ständig zur Hand hat. Bei uns hat sich bewährt, schon im Voraus einmal in Ruhe seinen Tagesablauf durchzugehen und sich Notizen zu machen, was man alles braucht. Gerade wenn man keinen Barf- Shop in der Nähe des Urlaubsortes hat, kann einem die vergessene Flasche Omega 3-6-9 Öl schon zur Verzweiflung treiben.

Seealge lässt sich beispielsweise schon sehr gut vorportionieren, sodass ihr nicht noch die Feinwaage mitnehmen müsst. Wiegt einfach die entsprechende Menge für die Urlaubszeit ab und packt es in kleine Salzstreuer.

Recherchiert vor Anreise, welche Einkaufsmöglichkeiten es gibt

Gerade wenn ihr Urlaub auf dem Land macht, schaut euch vorab schon mal an, welche Geschäfte ihr in der Nähe habt. Es macht schon einen deutlichen Unterschied, ob ihr im Tante-Emma-Laden oder in einem großen Supermarkt einkaufen gehen könnt. Vielleicht gibt es ja auch einen Metzger im Ort, den ihr schon mal kontaktieren und bestimmte Dinge bestellen könnt.

Fragt bei den Unterkünften nach den Gegebenheiten vor Ort

Da wir mit frischem Fleisch wirklich darauf angewiesen sind, dass dieses kühl gelagert wird, geht lieber auf Nummer sicher und fragt bei der Unterkunft genau nach, welche Ausstattung ihr in eurem Zimmer beziehungsweise in der Ferienwohnung oder dem Ferienhaus habt. Oft bucht man über eine Online- Plattform und da kann es immer mal vorkommen, dass eine Information nicht hundertprozentig stimmt. Vielleicht haben einige Hotelzimmer einen Kühlschrank, aber ihr erwischt dann gerade eines, dass keinen hat.

Daher kontaktiert die Unterkunft lieber einmal zu viel als zu wenig, sodass einem entspannten Urlaub mit Hund nichts mehr im Weg steht.

Fazit:

Ok, zu behaupten, barfen im Urlaub wäre genauso unkompliziert wie die Fütterung von Fertigutter, wäre wohl zugegebenermaßen etwas unrealistisch. Es gehört schon wesentlich mehr Organisation dazu, um mit allen Eventualitäten umgehen zu können. Wer allerdings wirklich vom barfen überzeugt ist und mit Spaß an die Sache geht, ist wahrscheinlich auch bereit ein paar Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, um seine Hunde auch im Urlaub möglichst gesund und artgerecht zu ernähren. Bedenkt bitte, dass ich von gesunden Hunden ausgehe, die keine schwerwiegenden Allergien haben. Wer auf exotisches Fleisch angewiesen ist, steht natürlich vor weit größeren Komplikationen und muss nochmal um einiges umsichtiger planen.

Ich hoffe, ich konnte euch einige Möglichkeiten darstellen, wie die Rohfütterung auch im Urlaub gut weitergeführt werden kann und Herrchen, Frauchen und Hund dennoch einen erholsamen und stressfreien Urlaub genießen können.

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Seit fast drei Jahren bereichert Emma, ein rumänischer Mischling, unser Leben. Um das Chaos perfekt zu machen, kam vor einem Jahr noch Lexy, ebenfalls eine Rumänin, in unsere Familie. Die beiden sorgen jeden Tag für gute Stimmung und sind einfach zauberhafte Wegbegleiter, die einen ordentlich fordern und ab und an auch dazu zwingen, sich intensiv mit Themen wie Beschäftigung, Ernährung und Erziehung auseinander zu setzen :)